Für die Fußballerinnen des FSV Gütersloh spitzt sich der Abstiegskampf in der Regionalliga West immer mehr zu. Das Team von Cheftrainerin Britta verlor am Sonntag das Heimspiel gegen den 1. FFC Recklinghausen mit 0:1 und büßte damit eine Woche nach dem 2:2 bei Borussia Mönchengladbach II eine weitere Chance ein, sich einen kleinen Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen. Drei Spiele vor dem Saisonende bleibt der FSV in der Tabelle mit 21 Punkten als Fünftletzter zwar auf einem Nichtabstiegsplatz, weil die punktgleichen Gladbacherinnen als Viertletzter mit 0:5 in Essen verloren. Aber der SSV Rhade erhöhte sein Punktekonto als Drittletzter durch einen 4:0-Sieg über das abgeschlagene Schlusslicht GSV Moers auf 20 Zähler, und der Deutz 05 holte als Vorletzter überraschend ein 3:3 in Leverkusen und liegt jetzt bei 18 Punkten. Abhängig vom Aufstieg in die 2. Bundesliga und vom Abstieg aus der 2. Bundesliga wird es drei oder vier Absteiger aus der Regionalliga geben.
Von den vier Klubs, die neben Moers um den Klassenerhalt bangen müssen, hat der FSV Gütersloh das nominell schwerste Restprogramm. Er muss noch beim Tabellenzweiten Borussia Dortmund (17. Mai) sowie beim Tabellendritten Arminia Bielefeld antreten (31. Mai) und hat nur noch ein Heimspiel gegen Moers (25. Mai). Mönchengladbach hat noch Heimspiele gegen Spoho Köln und den Spitzenreiter 1. FC Köln II sowie die Auswärtsaufgabe bei Bayer Leverkusen U23. Der SSV Rhade tritt noch in Bielefeld sowie Deutz an und hat Heimrecht gegen Mecklenbeck. Deutz gastiert noch in Mecklenbeck und beim 1. FC Köln II und trifft im letzten Saisonspiel auf den SSV Rhade. Britta Hainke versuchte in der Tönnies-Arena, ihren enttäuschten Spielerinnen Mut zu machen: „Es ist noch alles drin. Wir versuchen jetzt, in Dortmund etwas zu holen.“
Gegen den 1. FFC Recklinghausen krankte der FSV Gütersloh an seiner offensiven Harmlosigkeit. Ein starker 18-Meter-Schuss von Jana Koerdt (37.), mit dem sie Torhüterin Carlotta Sesjak zu einer Parade zwang, war der einzige torgefährliche Abschluss in der ersten Halbzeit. Im zweiten Durchgang schaffte es nur ein recht problemlos parierter 20-Meter-Freistoß von Anna-Sophie Schindler (68.) in den Notizblock. „Wir haben uns vorne zu oft verzettelt und zu wenig klare Aktionen gehabt“, gestand Britta Hainke. Pech war natürlich, dass nach 27 Minuten mit Anna Stockmann die beste Stürmerin wegen Knieproblemen ausgewechselt werden musste. Fast zeitgleich humpelte bei Recklinghausen mit Jennifer Moses eine von fünf Ex-Gütersloherinnen im Kader wegen eines Muskelfaserrisses vom Platz.
Der entscheidende Treffer fiel in der 44. Minute. Hatten in zwei Situationen vorher Hannah Leßner und Kathi Rädeker im letzten Moment den Ball noch zu Ecke grätschen können, stand diesmal Julia Flöttchen in der Mitte bei einer flachen Hereingabe von der linken Seite blank und verwandelte unhaltbar zum 0:1. Die Gütersloher mühten sich, allzu häufig mit ungenauen langen Schlägen aus der Hintermannschaft, in Strafraumnähe zu kommen. Hier fehlte es aber immer wieder an Durchsetzungsvermögen. Für eine Sache lobte Britta Hainke ihr Team aber zurecht: „Ihr habt alles an Energie reingeworfen, was ihr habt.“
FSV Gütersloh: Blome – Rother, Haag, Bendix, Leßner (58. Koepke) – Koerdt – Rädeker, Meier (73. Rohden), Kammermann, Stockmann (27. Berning) – Schindler (73. Ladage). Im Aufgebot: Schmücker, Soundé, Babic, Mehn, Otto (Tw).


