Frauenfußball hat beim FC Bayern München eine lange Tradition. Schon seit 1967 jagten Frauen im Verein dem runden Leder nach. Und noch bevor das seit 1955 geltende Verbot des DFB aufgehoben wurde, gründete der FC Bayern im Juni 1970 ganz offiziell eine Frauenabteilung. 1976 wurde der Club Deutscher Meister und gehörte 1990 zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga. Auf den Abstieg 1992 folgten acht Jahre in der Bayernliga, bis mit der Rückkehr im Jahr 2000 der Aufstieg zu einem der nationalen Top-Klubs begann. Nach sechs Meisterschaften in den Jahren 1976, 2015, 2016, 2021, 2023 und 2024 streben die Münchenerinnen als aktueller Spitzenreiter der Google Pixel Bundesliga ihrem siebten Titelgewinn entgegen. Der FC Bayern ist derzeit die klare Nummer 1 im deutschen Frauenfußball.
Eine zweite Mannschaft nahm erstmals in der Saison 1990/1991 am Spielbetrieb teil. Seit dem Aufstieg 2009 gehört die „Zweite“ zum Inventar der 2. Bundesliga. Insgesamt drei Mal – 2015 und 2017 als Vizemeister sowie 2019 als Meister – qualifizierte sich das Team sportlich sogar für die Bundesliga, ohne aufsteigen zu dürfen. In der vergangenen Saison entging man jedoch nur ganz knapp dem Abstieg: Erst am letzten Spieltag gelang mit einem 4:0-Heimsieg über Eintracht Frankfurt II als Elfter der sportliche Klassenerhalt, während Konkurrent SV Weinberg mit 4:5 beim SC Sand unterlag. Letztlich blieben aber auch die Weinbergerinnen in der 2. Liga, weil Bundesligaabsteiger MSV Duisburg wegen finanzieller Probleme auf das Startrecht verzichtete.
Vor dieser Saison beschloss der FC Bayern München für seine „Zweite“ eine personelle Rochade. Clara Schöne rückte als Co-Trainerin ins Bundesligateam auf. Für sie übernahm der bisher dort als Assistent tätige Jerome Reisacher (34) die Verantwortung für die „Zweite“. Neuer Co-Trainer wurde der bisherige U17-Coach Michael Schubert, der seinen Job wiederum mit Matthias Wallner tauschte. Der Kader besteht aus einer Ansammlung von U-Nationalspielerinnen, die von der erfahrenen Verteidigerin Jana Kappes (27) als Kapitänin auf dem Platz sowie altersmäßig angeführt wird. Die österreichische Nationalspielerin Maria Plattner ist mit 23 Jahren die zweitälteste Spielerin, und die beste Torschützin, Sarah Ernst (4 Treffer), ist als 20-Jährige bereits die Nummer drei in der Altershierarchie. Ansonsten gehören vor allem Spielerinnen der Jahrgänge 2006, 2007 und 2008 zum Talentschuppen. Allerdings kamen im Saisonverlauf mit Marie Luisa „Mala“ Grohs (2 x) und Ena Mahmutovic (3 x) auch schon zwei A-Nationalspielerinnen als Torhüterin zum Einsatz. Ohnehin herrscht im Tor eine große Fluktuation. Juliane Schmid, die eigentliche Nummer 1, wechselte in der Winterpause nach nur fünf Einsätzen zum österreichischen Erstligisten SCR Altach. Veronika Litzlfelder stand in der Hinrunde einmal zwischen den Pfosten, wo mit der 29-jährigen Anna Wellmann (früher Potsdam und Leverkusen) die Nummer 3 des Münchener Bundesligakaders mit sieben Spielen die meisten Einsätze verzeichnet.
Gezielte Verstärkung für besondere Spiele aus dem Kader der „Ersten“ holt man sich auch für das Feld: Weronika Zawistowska (25), Stürmerin im polnischen Nationalteam und für den FC Bayern in der Bundesliga und in der Champions-League eingesetzt, lief zwei Mal für die „Zweite“ auf: Beim Hinspiel gegen den FSV Gütersloh war sie an drei Treffern beim 5:2-Sieg beteiligt. Und vergangene Woche war sie treibende Kraft bei der Aufholjagd der Münchnerinnen, die gegen das Spitzenteam von Union Berlin einen 0:2-Rückstand in ein 2:2 verwandelten.
Dieses Remis war übrigens das fünfte Spiel hintereinander ohne Niederlage für den FC Bayern II, der nach der Hinrunde mit nur sechs Punkten auf dem letzten Tabellenplatz gelegen hatte. Irgendetwas muss passiert sein, denn seitdem schwimmt das Team auf einer Erfolgswelle. Nach Siegen in Bochum (2:0), Freiburg II (2:0) und in Frankfurt II (2:1) gab es ein 0:0 beim Hamburger SV und jetzt das 2:2 gegen Berlin. Als fünftbestes Rückrundenteam kletterten die Münchnerinnen um vier Ränge auf Nichtabstiegsplatz elf. Mit 17 Punkten haben sie vier Zähler mehr auf dem Konto als der FSV Gütersloh und mit 18:28 auch das deutlich bessere Torverhältnis.
Tickets für die Partie zwischen dem FSV Gütersloh und dem FC Bayern München II am kommenden Sonntag, den 23.03. um 11 Uhr sind über unserem Onlineticketshop sowie an der Tageskasse erhältlich.