Das letzte von 89 Turnierspielen brachte das einzige Neunmeterschießen – und es machte den 1. FFC Turbine Potsdam zum erneuten Sieger des Gütersloher Hallenmasters für B-Juniorinnen um den Keystone Sports Cup. Der Titelverteidiger triumphierte bei der 24. Auflage mit 5:3 über Arminia Bielefeld und feierte den Erfolg im Konfettiregen, nachdem Landrätin Ina Laukötter der Kapitänin Paula Scharras den großen Pokal überreicht hatte. Damit endete am Sonntag ein dreitägiges Event, das den FSV Gütersloh als Veranstalter mächtig gefordert hatte. Das winterliche Sturmtief „Elli“ verhinderte am Freitag die Anreise des Hamburger SV und des FC Carl Zeiss Jena, so dass die seit November feststehenden Gruppen spontan neu ausgelost werden und das Turnierschema ganz neu erstellt werden musste. Statt in fünf Vierergruppen wurde die Vorrunde in drei Sechsergruppen gespielt. Und obwohl nur 18 der vorgesehenen 20 Teams teilnahmen, erhöhte sich die Zahl der insgesamt auszutragenden Partien damit um sieben. Chris Punnakkattu Daniel und Markus Graskamp puzzelten in Windeseile einen neuen Spielplan, der dank der Verlängerung der Spielzeit am Freitagabend bis 23 Uhr am Ende eine perfekte Punktlandung ergab. Neben überschwänglichem Lob von den 16 auswärtigen Teams erhielt der FSV Gütersloh auch große Anerkennung von Ina Laukötter. „Ein dreifaches Wow“, sagte die neue Schirmherrin bei ihrem ersten Besuch der Großveranstaltung in der Innenstadt-Sporthalle. Vor allem der ehrenamtliche und gleichwohl professionelle Einsatz von rund 60 Mitarbeitern und Helfern – ganz wesentlich koordiniert von Petra Horstkötter – imponierte ihr. Das leistungssportliche Niveau hatte schon am ersten Abend auch Markus Kottmann begeistert. „Der Stellenwert dieses Turniers ist herausragend“, sagte der stellvertretende Gütersloher Bürgermeister. Ihn dürfte auch gefreut haben, dass die Fußballerin des 1. FC Saarbrücken, die am Ende der Eröffnungsfeier kollabiert war, am Samstag schon wieder mitspielen konnte. Zu denen, die bei der großen Siegerehrung am Sonntag immer wieder applaudierten, gehörte auch Klaus-Peter Reinert. Der Gründer der gleichnamigen Stiftung überreichte FSV-Geschäftsführer Michael Horstkötter unter dem Beifall der vollbesetzten Tribüne einen Spendenscheck über 50.000 Euro, womit die Gesamtzuwendung der Stiftung auf 100.000 Euro anwuchs (ein separater Bericht dazu folgt). Reinert überreichte die Goldmedaillen an das Siegerteam zusammen mit Max Tönnies, dem Geschäftsführenden Gesellschafter der Premium Food Group (PFG). Und Roger Thiele vom Titelsponsor Keystone Sports strahlte, als er den Spielerinnen von Arminia Bielefeld die Silbermedaillen umhängte. „So ein Turnier ist ein wahnsinnig gutes Aushängeschild für den Frauenfußball“, urteilte der Commercial Director einer der führenden Agenturen für die Vermittlung von Sport-Stipendien in die USA. Hauptsache an den drei Tagen war ganz klar der Sport, schließlich gilt das Gütersloher Turnier als die inoffizielle deutsche Hallenmeisterschaft für B-Juniorinnen. Und wieder einmal bewahrheitete sich das ungeschriebene Gesetz, das in der Regel ein Team das Turnier gewinnt, das im Klassenraum der angrenzenden Schule und nicht in einem Hotel übernachtet. Beide Endspielteilnehmer wählten diese Variante und lagen damit richtig. Und beide erreichten das Finale ohne eine einzige Niederlage in den zehn Spielen bis dahin. Auch zum Ende der regulären Spielzeit sowie der zweiminütigen Verlängerung stand es unentschieden. Den Potsdamer Führungstreffer durch Paula Scharras hatte Sophia Lorenz für Bielefeld ausgeglichen. Im Neunmeterschießen trafen dann Scharras, Nicky Rohloff, Lilly Wedler und Romy Zoschke für Turbine. Für Arminia waren Marie Glose und Leonie Sievert erfolgreich, während Luisa Schürmann und Nele Pieper an der Potsdamer Keeperin Lotta Helfenstein scheiterten. Es war der insgesamt fünfte Turniererfolg für den Klub aus der brandenburgischen Landeshauptstadt, der früher zu den ganz Großen im europäischen Frauenfußball gehörte. „Das tut unserem Verein, der sich in einer schwierigen Lage befindet natürlich gut“, sagte Trainer Tonio Schüttler. Die Frauen des 1. FFC Turbine belegen derzeit als Tabellenachter nur einen Mittelfeldplatz in der 2. Bundesliga. Platz drei im A-Turnier sicherte sich die TSG 1899 Hoffenheim. Der amtierende DFB-Pokalsieger der B-Juniorinnen setzte sich im kleinen Finale mit 1:0 gegen die SGS Essen durch. Der Sieg im B-Turnier ging durch einen 3:2-Erfolg über die SpVgg Greuther Fürth an den Turnierdebütanten Hertha BSC Berlin. Die beiden Teams des FSV Gütersloh erreichten ihr vorrangiges Ziel, im A-Turnier der Top-10 mitzumischen. Das von Daniel Schiewe verantwortlich gecoachte Team weiß qualifizierte sich mit 7 Punkten ebenso als Tabellendritter der Vorrundengruppe A wie das Team rot in der Gruppe B. Allerdings benötigte das Team von Lukas Jäschke dafür einen Treffer von Kapitänin Mette-Mia Pollmeier in buchstäblich letzter Sekunde zum 1:0-Sieg über Borussia Mönchengladbach. Das Halbfinale verpassten beide Teams letztlich trotz guter Leistungen klar. Als jeweiliger Gruppenvierter kam es im Spiel um Platz sieben zum direkten Aufeinandertreffen, das Team weiß dank Kapitänin Emma Schulte mit 1:0 gewann. Herausragende Akteurin im weißen Team war die erst 14-jährige Torhüterin Ylvie Kleimann. Als beste Torhüterin des Turniers wurde Maya Franz vom sechstplatzierten VfL Wolfsburg ausgezeichnet. Zur besten Spielerin wurde Jenna Duss von der TSG Hoffenheim gewählt. Die Torjägerkanone ging mit acht Treffern an die Hoffenheimerin Marlene Rueck. 1. FFC Turbine Potsdam: Lotta Helfenstein, Paula Scharras, Shirley Rießner, Milena Schulz, Leonie Gattermann, Lilly Wedler, Emilia Bernhardt, Sara Augsten, Maggy Kiekbach, Romy Zoschke, Finja Liebe, Nicky Rohloff. DSC Arminia Bielefeld: Gabrielle Oberbillig, Mina Bockrath, Sophia Lorenz, Leonie Sievert, Enya Schildmann, Nele Pieper, Stefanie Glatfeld, Hannah Zurmühlen, Luisa Schürmann, Nika Klauke, Marie Glose, Leni Bee. FSV Gütersloh weiß: Ylvie Kleimann, Ina Kirjanow, Nele Burstein, Emma Schulte, Ella Combrink, Ida Starke, Yumnah Lohnherr, Samar Mathpoud, Emilia Starkmann, Finja Bretthauer. FSV Gütersloh rot: Kim Fahrmeyer, Paula Rowny, Mette-Mia Pollmeier, Betty Meier, Theresa Peters, Merle Rohden, Johanna Braune, Lotta Horstmann, Lena Latton, Clea Fleiter, Friederike Ladage.