FSV Gütersloh 2009

#MitEuchFürEuch

Offizielle Internetseite des FSV Gütersloh 2009 | Spitzenfußball aus Ostwestfalen

#NichtOhneMeineMädels

FSV Gütersloh 2009

FSV-Torjägerin Jacqueline Baumgärtel: „Ich stelle mich nicht so gerne in den Vordergrund“

Who the FSV is... Jacqueline Baumgärtel?

Sonntag, 11. September 2022, 14.02 Uhr: Jacqueline Baumgärtel bringt den FSV Gütersloh im DFB-Pokalspiel vor über 2.000 Zuschauern gegen den mit Nationaltorhüterin Merle Frohms angetretenen Champions-League-Sieger VfL Wolfsburg mit 1:0 in Führung – die Tönnies-Arena bebt. „Ich kriege immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke“, blickt die 21-Jährige auch fünf Monate danach mit speziellen Emotionen auf das Highlight ihrer bisherigen Karriere als Fußballerin zurück. Dass die Partie gegen Popp, Oberdorf und Co. später mit 2:8 verloren geht, fällt da überhaupt nicht ins Gewicht. Mit solch einem Erlebnis hatte Jacqueline Baumgärtel nicht gerechnet, als sie sich vor der Saison zum Wechsel nach Gütersloh entschloss. „Ich hatte anfangs sogar etwas Angst“, gesteht die vom Regionalligisten Spvg. Berghofen gekommene Angreiferin. Die höhere Spielklasse und die namhafte Konkurrenz im FSV-Kader („Damals wusste ich noch nicht, dass Annalena Rieke weggeht“) flößten ihr Respekt ein. Und vom Naturell her ist sie nicht der offensive Hoppla-jetzt-komme-ich-Typ, sondern eher defensiv ausgerichtet. „Früher war ich relativ schüchtern. Ich habe kaum einen Satz herausgebracht“, verrät sie. Das ist heute zwar anders, aber eine vor Selbstbewusstsein strotzende Lautsprecherin auf dem Platz ist sie deswegen noch lange nicht. Dabei hätte die pfeilschnelle Außenstürmerin durchaus Grund, tonangebend zu sein. Schließlich ist sie mit sechs Treffern die bislang beste Torschützin des FSV Gütersloh, wo sie sich trotz aller Bedenken sofort einen Stammplatz eroberte. „Das freut mich natürlich“, sagt Jacqueline Baumgärtel mit der für sie charakteristischen Zurückhaltung. Statt stolze Sprüche rauszuhauen, weist sie lieber daraufhin, dass es angesichts der vielen Chancen schon mehr Saisontreffer hätten sein können. Auch zuletzt gegen den SC Freiburg II: „Da bin ich zweimal mit hohem Tempo in den Strafraum und war dann etwas überfordert.“ Mal ehrlich: Welcher männliche Zweitligafußballer würde so offen sein? Sie selbst findet eine Aussage ihrer Berghofener Trainerin Laura Marienfeld annähernd treffend: „Laura hat gesagt: Immer wenn du aufs Tor zuläufst, hörst du klatschende Affen im Kopf.“ Gemeint ist: Sie lässt sich von der Situation ablenken und nervös machen. Mit dem Fußballspielen begonnen hat Jacqueline Baumgärtel, die aus Heiligenrode stammt, als Vierjährige bei der TSG Sandershausen, einem anderen Ortsteil der östlich von Kassel gelegenen Gemeinde Niestetal. „Mein Papa war in der G-Jugend mein Trainer und hat mir vieles beigebracht.“ Im Grunde stammt sie aus einer Fußballerfamilie, denn die Mama war früher Torhüterin und auch der fünf Jahre ältere Bruder Pascal jagte dem Leder nach. Rasch wechselte sie zum KSV Baunatal, wo sie bis zur U16 bei den Jungen in der Abwehr spielte, ab 2015 lief sie mit Zweitspielrecht für die Mädchen von Hessen Kassel als Stürmerin auf. „Ich bin dafür, so lange wie möglich bei den Jungs zu spielen“, plädiert sie rückblickend für die inzwischen vom DFB favorisierte Talentförderung. Körperliche Robustheit und Nehmerqualitäten („Man ist nicht mehr so sensibel“) habe sie in Training und Spiel mit den Jungs erworben: „Und wenn man dann zu den Frauen wechselt, ist man nicht mehr die kleine Süße.“ Das Frauen-Zeitalter begann für sie 2019 beim Regionalligisten TSV Jahn Calden. 2021 erfolgte der Wechsel nach Berghofen. Nachdem es im Erstrundenspiel des DFB-Pokals eine 0:2-Niederlage gegen den FSV gab, belegte das von der Ex-Gütersloherin Laura Marienfeld trainierte Team Rang sechs in der Regionalliga und gewann den Westfalenpokal. Obwohl sie weite Teile der Hinrunde verletzt ausfiel, steuerte Jacqueline Baumgärtel 15 Treffer zum Erfolg bei. Der Anruf von Britta Hainke ließ nicht auf sich warten. „Es war immer mein Traum, mal 2. Liga zu spielen“, gab sie der FSV-Trainerin ihre Zusage, zumal das Team in Berghofen auseinanderfiel. Der Wechsel passte auch gut zu ihrer beruflichen Situation. Jacqueline Baumgärtel absolviert im zweiten Lehrjahr in Soest eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement beim Entsorger „Remondis“, dem größten deutschen Unternehmen für Recycling, Wasserwirtschaft sowie kommunale und industrielle Dienstleistungen. Dass sie dort landete, war auch ein Stück weit Zufall, denn nach Realschulabschluss und Fachabitur in Kassel hatte sie „unzählige“ Bewerbungen geschrieben und von Remondis eine Zusage erhalten. Viel Herzblut hatte Jacqueline Baumgärtel zuvor in ein Freiwilliges Soziales Jahr gesteckt, das sie an einer Sonderschule für Schüler mit körperlichen Beeinträchtigungen absolvierte: „Das war eine mega Erfahrung, die kann ich jedem nur empfehlen.“ Nun wohnt sie in Lippstadt, arbeitet von 7 Uhr bis 15.30 Uhr und bildet anschließend zusammen mit der Lippstädterin Emilia Deppe eine Fahrgemeinschaft zum Training. Nach dem Sieg über Freiburg ist die Stimmung im Auto wieder deutlich besser. „Wir waren in einem Tief, aber sind da hoffentlich jetzt wieder raus“, sagt die Torjägerin. Womöglich hat der Gedanke an die Bundesliga doch unbewusst gestört, auch wenn Jacqueline Baumgärtel erzählt: „Das Trainerteam hat uns gesagt, das Thema sollten wir erst gar nicht in den Hinterkopf gelangen lassen.“ Wie schätzt sie die Chance auf den Bundesliga-Aufstieg ein? „Schon hoch“, sagt sie voller Ehrgeiz. Sollt es klappen, wird sich „Baumi“, wie sie auf dem Platz kurzerhand gerufen wird, nur bedingt am Rummel in den Sozialen Medien beteiligen: „Ich schaue da rein, bin selbst aber eher weniger aktiv.“ Und dann sagt sie noch einen Satz, der bei ihr nicht nur für die Medienaktivität zutrifft: „Ich stelle mich nicht so gerne in den Vordergrund.“

FSV Gütersloh meldet sich mit 2:1-Sieg im Aufstiegsrennen zurück

FSV-Allrounderin Celina Baum im Spiel gegen den SC Freiburg II. (Foto: Dennis Seelige / FSV Gütersloh 2009)

Mit einem leidenschaftlichen Auftritt haben die Zweitliga-Fußballerinnen des FSV Gütersloh ihre Ergebniskrise beendet und sich im Rennen um den Bundesliga-Aufstieg zurückgemeldet. Nach fünf sieglosen Partien triumphierte das Team von Britta Hainke und Sammy Messalkhi im Heimspiel gegen die U20 des SC Freiburg mit 2:1 und behauptete damit seinen Tabellenplatz in der Verfolgergruppe. „Ein ganz wichtiger Sieg“, stellte der FSV-Vorsitzende Sebastian Kmoch sofort mit dem Schlusspfiff in der Tönnies-Arena fest. Durch die gleichzeitige 1:2-Heimniederlage des 1. FC Nürnberg gegen souveränen Spitzenreiter RB Leipzig verringerte sich der Gütersloher Rückstand auf den zweiten Aufstiegslatz auf nur noch einen Punkt. Die als Tabellenzweiter fünf Zähler entfernte SG 99 Andernach, die gegen den Rangdritten FC Bayern München II nicht über ein 0:0 hinauskam, hatte Mitte der Woche offiziell erklärt, keinen Antrag auf Zulassung zur Bundesliga zu stellen. Der Klub aus der „Bäckerjungenstadt“ begründete das mit unzureichenden infrastrukturellen und personellen Voraussetzungen. Die von kurzzeitigen Hagelschauern begleitete Partie gegen Freiburg begann mit einem Nackenschlag für den FSV. Paula Reimann ließ sich in der 3. Minute in hinterster Linie den Ball von Charlotte Schmit wegstibitzen. Sury Pallotta konnte alleine Richtung Strafraum davonziehen und ließ Sarah Rolle im FSV-Kasten keine Chance. Der 0:1-Rückstand brachte die Gütersloherinnen aber nur kurz aus dem Konzept, dann gaben sie – angefeuert von den Einlaufkindern der JSG Kloster-Stift aus Kirchlengern – den Ton an. Dabei erwies es sich als guter Schachzug, die zuletzt als Außenverteidigerin eingesetzte Celina Baum wieder gemeinsam mit Jacqueline Baumgärtel als Sturmspitze einzusetzen. Leicht hinter den beiden griff bei ihrem ersten Startelfeinsatz in dieser Saison die für Leonie Kreil nominierte Lisa Gomulka an. Mit langen Bällen hinter die Freiburger Abwehrkette sorgte der FSV ein ums andere Mal für Gefahr im gegnerischen Strafraum. Der Ausgleich in der 18. Minute war überfällig, denn er entsprang dem bereits sechsten Eckstoß. Von Hedda Wahle in den Fünfmeterraum geschlagen stieg Anna Höfker innerhalb einer Traube von Spielerinnen am höchsten und köpfte den Ball zum 1:1 ins Netz. Mit einer beeindruckenden Entschlossenheit in den Zweikämpfen legten die Gastgeberinnen die Grundlage für spielerisch starke Aktionen. Das Highlight der gesamten Partie sorgte in der 27. Minute für die 2:1-Führung. Einer Direktkombination über Reimann und Gomulka auf dem linken Flügel entsprang eine Hereingabe von Demi Pagel, die Shpresa Aradini in der Mitte mit einer herrlichen Drehung perfekt verarbeitete und der Freiburger Keeperin Rebecca Adamczy keine Chance ließ. Mit ihrem zweiten Saisontreffer krönte Aradini eine ihrer besten Saisonleistungen. „In der ersten Halbzeit waren wir klar besser“, fasste Britta Hainke den ersten Spielabschnitt zusammen. In dem hatten zwar auch die Gäste aus dem Breisgau gefährliche Abschlüsse, aber die pfeilschnelle Jacqueline Baumgärtel ließ bei ihren Vorstößen in den Freiburger Strafraum zwei Hochkaräter aus. Im zweiten Abschnitt warf der Talentschuppen des Bundesligisten mit zunehmender Spielzeit alles nach vorne, um den Ausgleich zu erzwingen. Zweimal, in der 73. Minute nach einem Fehlpass von Anna Höfker und in der 86. Minute, musste FSV-Torhüterin Sarah Rolle auch ihr ganzes Können aufbieten, um einen weiteren Gegentreffer zu verhindern. Das Chancenplus lag mit 5:2 jedoch auch in diesem Abschnitt auf Seiten der Gütersloherinnen. Erst zirkelte Hedda Wahle einen 40-Meter-Freistoß frech auf das Freiburger Tornetz (55.), dann scheiterten Celina Baum (72.) und Jacqueline Baumgärtel (76.) an SCF-Keeperin Adamczyk sowie am Pfosten. „Es fehlte das 3:1“, erklärte Britta Hainke, warum ihr Team in der Schlussphase etwas hektisch wurde und den Sieg mit aller Leidenschaft verteidigen musste. Demi Pagel bezahlte das in der Schlussphase nach einem heftigen Crash an der Seitenauslinie mit einer Gehirnerschütterung, die ihr einen liegenden Abtransport durch die Stadionsanitäter bescherte. „Wir haben es unnötig spannend gemacht“, bedauerte Anna Höfker, die eine herausragende Leistung als Innenverteidigerin lieferte. „Es war eine Kampfleistung von der ersten bis zur letzten Minute“, stellte die 22-Jährige heraus. Die Belohnung war verdient. „Es ist geil, mal wieder gewonnen zu haben – vor allem nach einem Rückstand“, sagte Höfker, bevor sie sich mit der Mannschaft von den Zuschauern feiern ließ. Zu denen, die den Beifall besonders verdient hatten, gehörte auch Celina Baum, die mit läuferischem und zweikämpferischen Einsatz ein Vorbild war. „Wir haben uns in der Kabine gut gepusht“, berichtete die aus dem Innenleben. Als Vorteil für den FSV erwies sich auch, dass Maren Tellenbröker nach ihrer Zwangspause in Sand wegen Knieproblemen auf der Position sechs wieder zur Verfügung stand und den verletzungsbedingten Ausfall von Ronja Leubner kompensieren konnte. Gelungen war zudem der Schachzug des Trainerteams, Emilia Deppe gezielt auf die Freiburger Außenstürmerin Anna Rotzinger anzusetzen, die im Spielverlauf mehr und mehr abgemeldet war. „Andernach kann kommen“, lautete die Quintessenz von Kapitänin Sarah Rolle nach dem emotionalen Befreiungsschlag. Tatsächlich hat der FSV Gütersloh am kommenden Sonntag, 12. März, schon wieder ein Heimspiel. Anpfiff in der Tönnies-Arena ist dann um 14 Uhr. FSV Gütersloh: Rolle – Deppe, Höfker, Wahle (81. Tayeh), Pagel (79. Stojan) – Tellenbröker – Reimann, Aradini – Baumgärtel, Gomulka (64. Kreil), Baum. Im Aufgebot: Manteas, Schriek, Strothmann, Zitzer, Jäger (Tw). SC Freiburg II: Adamczyk – Schwer, Bantle, Ezebinyuo, Schaer – Lorenz – Schmit (75. Heck), Thoma (59. Fischer) – Bianchi (85. Fockers), Pallotta, Rotzinger. Schiedsrichterin: Anna-Lena Heidenreich (Bad Schwartau). Gelbe Karte: Deppe. Ecken: 7:6 (6:4). Chancen: 11:6 (6:4). Tore: 0:1 (3.) Pallotta, 1:1 (18.) Höfker, 2:1 (27.) Aradini.

VIP-Raum bleibt gegen Freiburg wegen Krankheit geschlossen

Heimspielstätte des FSV Gütersloh: Die Tönnies Arena in Rheda-Wiedenbrück. (Foto: Dennis Seelige / FSV Gütersloh 2009)

Der FSV Gütersloh wird am kommenden Sonntag, 5. März in einer Partie der 2. Frauen-Bundesliga den SC Freiburg II in der Tönnies Arena empfangen. Der VIP-Raum wird an diesem Spieltag wegen Krankheit geschlossen bleiben. Wir danken für das Verständnis und freuen uns sehr, Sie und Euch bald wieder in unserem VIP-Raum begrüßen zu dürfen.

Allzweckwaffe Paula Reimann: „Wir dürfen jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken“

Who the FSV is... Paula Reimann?

„Who the FSV is…?“ So lautet der Titel unserer neuen Print- & Digitalserie, in der wir euch unsere Spielerinnen vorstellen möchten. Ihr erfahrt viele spannende Hintergrundstories und welchen Aufwand unsere Mädels betreiben, um dem Fußballsport nachzugehen. Zum Auftakt möchten wir euch unsere Paula Reimann vorstellen. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen! Darauf zu wetten, dass Paula Reimann beim FSV Gütersloh mit der Startelf aufläuft, gäbe keine gute Gewinnquote. Eigentlich immer, wenn sie nicht krank oder verletzt ist, hat sie einen Platz im Topteam sicher. Vorherzusagen, auf welcher Position sie spielt, ist dagegen fast unmöglich. Mal stürmt die 20-Jährige im gegnerischen Strafraum, mal (wie gegen RB Leipzig) soll sie die gegnerischen Angreiferinnen im eigenen Strafraum stoppen. Und mal, wie zuletzt in Sand, beginnt sie im Mittelfeld und wechselt im Spielverlauf in die Abwehrkette. „Ich spiele da, wo mich die Trainer hinstellen“, sagt die Allzweckwaffe und drückt damit aus, dass sie kein divenhaftes Gehabe an den Tag legt, wenn die Rollen verteilt werden. Ihre Vorliebe für die Position acht ist bekannt. „Aber mittlerweile sehen mich die Trainer etwas weiter hinten“, sagt sie ohne Groll. Ein wenig erinnert sie das sogar an ihre Zeit im Nationaltrikot: „Da habe ich immer in der Innenverteidigung gespielt.“ Bis zur U-17 einschließlich trug sie insgesamt zwölf Mal das Trikot mit dem Bundesadler. Damals war die aus Münster stammende Paula Reimann noch Teil des Mädcheninternats des FLVW in Kaiserau. Nach einem kurzen Gastspiel beim VfL Bochum war sie im Sommer 2017 als 15-Jährige zum FSV Gütersloh gewechselt, für den sie 27 Spiele in der U-17-Bundesliga bestritt. Schon im November 2018 debütierte sie im Frauen-Zweitligateam. Inzwischen haben sich 72 Zweitligaspiele und zehn DFB-Pokalspiele angesammelt. Damit gehört Paula Reimann, die am 21. März gerade mal ihren 21. Geburtstag feiern wird, bereits zu den erfahrenen Spielerinnen im Kader. Im Rückblick auf ihre bisherige Karriere äußert sie volle Zufriedenheit. „Natürlich hat man in jungen Jahren den Traum von Bundesliga und Nationalmannschaft, aber im Frauenfußball muss man realistisch sein.“ Das sagt Paula Reimann im Wissen, dass es nur wenigen Spielerinnen gelingt, ihr sportliches Hobby zum Beruf zu machen. „Mir war immer klar, dass ich mir ein anderes Standbein schaffen muss.“ Dass der Männerfußball andere Möglichkeiten bietet, erlebt sie in der eigenen Familie. Bruder Dominik (25), wurde in der Nachwuchsabteilung von Borussia Dortmund zu einem Top-Torhüter ausgebildet und ist nach einer Zwischenstation als Profi bei Holstein Kiel nun Stammkeeper des Zweitligisten 1. FC Magdeburg. Da drängt sich die Frage nach Equal Pay, der Gleichbezahlung von Männern und Frauen im Fußball, geradezu auf. Das Thema werde in der Familie nicht ständig diskutiert, verrät Paula Reimann. Ganz allgemein glaubt sie: „Das braucht noch einige Zeit, aber wir sind auf einem guten Weg.“ Ohne ins Detail zu gehen findet sie: „Gute Ansätze dazu sehe ich auch bei uns beim FSV Gütersloh.“ Obwohl sie eine professionelle Einstellung mitbringt, muss sie ihre Brötchen außerhalb des Fußballs verdienen. Nach dem Abitur an der Gesamtschule Kamen absolvierte Paula Reimann zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Deutschen Roten Kreuz in ihrer Heimatstadt Münster. Im August 2022 begann sie dort eine dreijährige Ausbildung zur Bürokauffrau. „Vielleicht hänge ich danach noch ein Studium dran“, überlegt sie. Nebenbei hochklassig Fußball zu spielen, ermöglichen ihr auch Arbeitgeber und Kollegen: „Die sind sehr kooperativ.“ Vor allem aber ist von ihr selbst Disziplin verlangt, denn der Aufwand für die vier wöchentlichen Einheiten ist enorm: Arbeitsbeginn ist um 7.00 Uhr morgens, Feierabend ist um 15.30 Uhr. Es bleiben ihr 45 Minuten, um sich im Elternhaus umzuziehen, etwas zu essen und aufs Training vorzubereiten. Die gut einstündige (manchmal auch längere) Autofahrt zur Tönnies-Arena absolviert sie zusammen mit den ebenfalls in Münster wohnenden Mitspielerinnen Anna Höfker und Sarah Rolle. Nach der Rückkehr am späten Abend ist der Tag so gut wie gelaufen. Warum läuft es derzeit beim FSV Gütersloh nicht so gut? „Ich habe keine richtige Erklärung“, gesteht Paula Reimann. Den Auftritt beim jüngsten 0:2 in Sand fand sie aber nicht so schwach, wie von manchen Beobachtern bewertet: „Das war auf keinen Fall eine schlechte Leistung, wir haben uns gut auf die schwierigen Bedingungen eingestellt. Aber irgendwie war klar: Wer das erste Tor schießt, gewinnt.“ Trotz der zuletzt unbefriedigenden Ergebnisse dürfe man jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken: „Wir sind in einem kleinen Loch drin und müssen uns alle zusammen da wieder raus arbeiten.“ Am besten mit einem Heimsieg über den SC Freiburg II – und am besten wie fast immer mit den Eltern auf der Tribüne und Bruder Dominik vor dem StaigeTV-Bildschirm. Interessant: Die Spiele ihres Bruders Dominik schaut sich Paula Reimann, die auf dem Spielfeld ziemlich cool daherkommt, nicht live an: „Das ist mir zu aufregend, da rutscht mir das Herz in die Hose.“

FSV Gütersloh geht auch beim SC Sand leer aus und fällt auf den 7. Tabellenplatz zurück

FSV-Offensivallrounderin Shpresa Aradini (Foto: Dennis Seelige / FSV Gütersloh 2009)

Die Ergebniskrise des FSV Gütersloh in der 2. Frauenfußball-Bundesliga hält an. Das Team von Britta Hainke und Sammy Messalkhi verlor am Sonntag beim SC Sand mit 0:2 und bleibt damit seit fünf Spielen ohne Sieg. Dabei gelang lediglich mit dem 1:1 vor zwei Wochen in Frankfurt ein Punktgewinn. In der Tabelle fiel der FSV auf Rang sieben zurück. Der Rückstand auf die Konkurrenten um den zweiten Aufstiegsplatz hinter dem designierten Meister RB Leipzig wuchs auf sieben (SG Andernach) beziehungsweise vier Punkte (1. FC Nürnberg) an. Auf dem 520 Kilometer von der heimischen Tönnies-Arena entfernten Rasenplatz in Willstätt (Ortenaukreis) war aber nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Leistung des FSV Gütersloh insgesamt enttäuschend. Gegen den mit Abstiegssorgen in die Winterpause gegangenen SC Sand knüpfte unser Team nicht an die guten Aspekte bei der vorausgegangenen 0:4-Heimniederlage gegen Leipzig an. In der Offensive wirkte das Team einfallslos. Dem viel zu selten in die Tiefe reichenden Angriffsspiel entsprang in 90 Minuten nur eine einzige hochkarätige Torchance: Nach einem schönen Steckpass von Celina Baum wurde der aus spitzem Winkel von Jacqueline Baumgärtel aufs Tor gezirkelte Ball durch Jenna Zuniga von der Torlinie gekratzt (47.). Ansonsten gab es nur noch zwei Möglichkeiten für Baum (25., Schuss über das Tor) und Shpresa Aradini (31., Ball zur Ecke abgelenkt). Bezeichnenderweise gehörten beide Szenen in die 1. Halbzeit, als die Gütersloher auf der offenen Sportanlage von kräftigem Rückenwind unterstützt wurden. Defensiv, aber auch in der Spieleröffnung wirkte sich das verletzungsbedingte Fehlen von Maren Tellenbröker (Knieprobleme) stärker aus als befürchtet. An ihrer Stelle besetzte Ronja Leubner im situativen Wechselspiel mit Paula Reimann die Position sechs. Anstelle von Marah Tayeh nominierte das Trainerteam diesmal Demi Pagel als Außenverteidigerin. Zudem kehrte die gegen Leipzig auf der Bank gestartete Hedda Wahle in die Innenverteidigung zurück, wo sie im ersten Saisonteil überzeugt hatte. Wenige Tage nach ihrem 18. Geburtstag unterlief aber ausgerechnet ihr der in der 55. Minute zum 0:1 führende Patzer. Bei einem eigentlich harmlosen Sander Zuspielversuch schlug Wahle unmittelbar vor dem Strafraum ein Luftloch, wodurch ihre Gegenspielerin Emma Loving mit dem Ball in den Strafraum eindringen konnte. Die 24-jährige US-Amerikanerin, in der Winterpause als eine von drei Ausländerinnen vom SC Sand nachverpflichtet, ließ Sarah Rolle mit einem 14-Meter-Schuss keine Chance. Alle Versuche der FSV-Coaches, mit offensiven Wechseln, der Umstellung auf eine Dreierabwehrkette und personellen Umpositionierungen eine Wende zu erzwingen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Positiv war immerhin, dass die 16-jährige Finja Kappmeier, nach 74 Minuten für die abermals glücklose Ex-Sanderin Leonie Kreil eingewechselt, zu ihrem ersten Einsatz im Zweitliga-Frauenteam kam. Der späte 2:0-Treffer von Cindy König (89.), die ein Laufduell gegen Anna Höfker gewann und aus 16 Metern einnetzte, war verdient. Die deutlich offensivstärkeren Gastgeberinnen hatten sich nämlich durch König (34., 48.) und Roque (78.) bereits zuvor drei Top-Chancen herausgespielt, sie aber nicht genutzt. Britta Hainke war mit dem Auftritt ihres Teams in der 1. Halbzeit nicht unzufrieden, auch wenn sie die fehlende Torgefahr bemängelte: „Aber wir haben gut gepresst, sind über außen häufig nach vorne durchgekommen und haben bis auf eine Situation hinten nichts zugelassen.“ Dass die Gütersloherinnen nach dem Rückstand jedoch zu keinem Abschluss und auch keiner aussichtsreichen Strafraumszene mehr kamen, fand die Trainerin natürlich unbefriedigend. Eine echte Krise sieht sie jedoch nicht: „Wir müssen uns da wieder reinkämpfen, dann werden wir auch wieder Spiele gewinnen“, fordert und glaubt sie. Die nächste Chance dazu besteht am Sonntag, 5. März, wenn sich um 11 Uhr der SC Freiburg II in der Tönnies-Arena vorstellt. Der Tabellenzehnte trotzte am 14. Spieltag der favorisierten SG 99 Andernach ein stolzes 3:3 ab. FSV Gütersloh: Rolle – Pagel (64. Stojan), Höfker, Wahle (73. Gomulka), Deppe – Leubner – Reimann, Aradini – Baumgärtel (84. Strothmann), Kreil (73. Kappmeier), Baum (84. Tayeh). SC Sand: Busse – Walaschewski (90.+5 Braun), Zuninga, Bohnen, Kuru (83. Schuldt), Stulin (46. McGovern, 53. Roque), Evels, Griß, Gaugigl, Loving, König. Schiedsrichterin: Selina Menzel (Stutensee). Gelbe Karten: Loving, Bohnen – Baum, Stojan. Zuschauer: 240. Tore: 1:0 (55.) Loving, 2:0 (89.) König.

U-17 des FSV Gütersloh liefert Offensivspektakel mit riesiger Defensivschwäche

FSV U-17 Spielerinnen Aurelie Jessica Heisinger und Joyce Schüttelhöfer. (Foto: Dennis Seelige / FSV Gütersloh 2009)

So hatte sich die U-17 den Start in den zweiten Saisonteil nicht vorgestellt, und so etwas hat man beim FSV Gütersloh in elf Jahren Bundesliga noch nicht erlebt: Statt sich näher an die Top-3 heranzuschieben, musste sich der Tabellenvierte am Samstag beim Kellerkind VfL Bochum mit einem enttäuschenden Remis zufrieden geben. Und was für ein kurioses Unentschieden: Die Partie auf dem Kunstrasenplatz am Bochumer Ruhrstadion endete 6:6. „Vorne hui, hinten mehr als pfui“, brachte Trainer Christian Franz-Pohlmann den Gütersloher Auftritt auf den Punkt. Sein Team lieferte ein Offensivspektakel, das von riesigen Defensivschwächen entwertet wurde. Dass mit Finja Kappmeier eine der besten Abwehrspielerinnen der Liga fehlte, weil sie erstmals ins Aufgebot des bereits zum SC Sand gereisten Frauen-Zeitligateams berufen wurde, ließ der FSV-Coach nicht als Entschuldigung gelten. Schließlich sei es der Anspruch mehrerer Spielerinnen, sich für die Frauenteams des Vereins zu qualifizieren: „Aber selbst einige gestandene Mädels haben sich teilweise schwindelig spielen lassen.“ Als größtes Manko im Defensivverhalten, das er als „lethargisch“ geißelte, machte Franz-Pohlmann die „Körperlosigkeit“ aus. „Man muss sich in der individuellen Verteidigung auch mal wehren“, lautet sein Vorwurf an Teile des Teams. Die beste Spielerin auf dem Platz, die fünffache Bochumer Torschützin Anna-Luisa Figueira Marques, sei ohne körperliches Dagegenhalten jedenfalls nicht zu stoppen gewesen. Dabei wähnte der Gütersloher Trainer sein Team zweimal auf der Siegerstraße. Nach einer Viertelstunde lag der FSV nämlich mit 3:1 vorn. Die frühe 1:0-Führung (6.) durch die vierfache Torschützin Joyce Schüttelhofer („Sie hat ein Riesenspiel abgeliefert“) hatte der VfL Bochum zwar rasch egalisiert (7.), wobei sich ein Rückpass auf Torhüterin Luisa Pösentrup zum Debakel entwickelte. Doch nach einem schönen Doppelschlag von Schüttelhöfer (14., auf Vorkage von Jessica Heisinger) und Heisinger (15., nach Zuspiel von Meryem Duran) schien der Favorit in der Spur zu sein. Angesichts der nur noch knappen 4:3-Pausenführung war allerdings wieder Zittern angesagt. Während Joyce Schüttelhöfer für den FSV zum 4:2 getroffen hatte (32.), sorgten Figueira Marques (23.) und Lena Hain (36.) mit einem Sonntagsschuss aus 25 Metern in den Winkel für die Bochumer Tore. Zum zweiten Mal Entspannung war für die Trainerbank angesagt, als der FSV Gütersloh nach der Pause die klar dominierende Mannschaft wurde und in der 48. und 53. Minute auf 6:3 erhöhte. Erst köpfte Joyce Schüttelhöfer eine Ecke ins VfL-Tor, dann verwertete Jessica Heisinger eine Hereingabe von Laura Nünning. Als Christian Franz-Pohlmann in der 56. Minute Joyce Schüttelhofer unter Beifall auswechselte, hätte er sich nicht träumen lassen, welches Ende die Partie nehmen sollte. Nach einem halbherzigen Herauslaufen von Luisa Pösentrup köpfte Anna-Luisa Figueira Marques eine Freistoßflanke über die Gütersloher Keeperin hinweg zum 6:4 ins Tor (57.). Dann sprang der zur Pause als Rechtsverteidigerin eingewechselten Ines Schäfermeier im Strafraum der Ball an die Hand (61.) und die Bochumer Torjägerin verkürzte per Elfmeter auf 5:6. Und in der dritten Minute der Nachspielzeit stand Figueira Marques bei einem Querpass am langen Pfosten blank und netzte zum 6:6 ein. „Bochum hat sich die Punkteteilung absolut verdient. Die haben alles in die Zweikämpfe reingeworfen“, zollte der FSV-Coach dem Gegner Respekt. Gleichwohl steht seinem Team in den nächsten Trainingseinheiten eine deutliche Analyse des schwachen Verteidigungsverhaltens bevor. „Die Art und Weise gefällt mir momentan nicht“, grantelte der ehrgeizige Coach. Gerechnet hatte er damit nicht. Nach einer Wintervorbereitung „mit Höhen und Tiefen“ hatte ihn sein Talentschuppen bei der Generalprobe, einem 3:1-Erfolg über die Frauen des KSV Hessen Kassel, überzeugt. „Es ist wohl Teil der Ausbildung, dass man solche Nackenschläge hinnimmt.“ Franz-Pohlmann hofft, dass sein Team im nächsten Bundesligaspiel am 11. März gegen Borussia Mönchengladbach (14 Uhr, Tönnies-Arena) eine passende Reaktion zeigt. FSV Gütersloh: Pösentrup – Naccarato (41. Schäfermeier), Ebert, Burholz, Kiske – Wicke, Willeke, Nünning, Heisinger – Duran (50. Akgül), Schüttelhöfer (56. Adas). Tore: 0:1 (6.) Schüttelhöfer, 1:1 (7.) Figueira Marques , 1:2 (14.) Schüttelhöfer, 1:3 (15.) Heisinger, 2:3 (23.) Figueira Marques, 2:4 (32.) Schüttelhöfer, 3:4 (36.) Hain, 3:5 (48.) Schüttelhöfer, 3:6 (53.) Heisinger), 4:6 (57.) Figueira Marques, 5:6 (61.) Figueira Marques, 6:6 (80.+3) Figueira Marques.

Rückrundenstart der 2. Frauen-Bundesliga: FSV Gütersloh zu Gast beim SC Sand

Die Mannschaft des FSV Gütersloh hat den nächsten Zweitliga-Spieltag fest im Blick. (Foto: Dennis Seelige / FSV Gütersloh 2009)

Der FSV Gütersloh ist in den ersten beiden Pflichtspielen des Kalenderjahres 2023 mit einem Unentschieden (1:1 bei Eintracht Frankfurt II) und einer Niederlage (0:4 gegen RB Leipzig) gestartet. Die beiden Partien gehörten noch zur Hinrunde der Saison 2022/23, so dass nun am kommenden Wochenende die Rückrunde beginnt. Der Gegner beim Rückrundenauftakt wird niemand geringeres als der Erstligaabsteiger SC Sand sein. Das FSV-Team um das Trainergespann Britta Hainke und Sammy Messalkhi konnte am ersten Spieltag der laufenden Saison die Mannschaft aus dem Willstätter Ortsteil Sand mit 5:1 besiegen und somit mit einem aufsehenerregenden Ergebnis in die 2. Frauen-Bundesliga starten. In der Folge konnte sich der FSV im oberen Drittel der Tabelle festsetzen und ist durch die jüngsten Ergebnisse auf den fünften Platz abgerutscht. Dennoch bleibt das Team weiter in Schlagdistanz zu einem möglichen Aufstiegsplatz für die FLYERALARM Frauen-Bundesliga. Der SC Sand hat sich von dem schweren Start in die Zweitligasaison nur schwer erholen können. Die Mannschaft steht aktuell auf Platz neun und möchte nun nach eigener Aussage Wiedergutmachung betreiben. Das Team von Trainer Alexander Fischinger wird hochmotiviert in die Partie gehen, um wichtige Punkte zu sammeln und so den Abstand zu den Abstiegsrängen vergrößern. Bei der weiterhin engen Tabellenkonstellation gilt es auch für den FSV nun sich weiter zu fokussieren und Spiel für Spiel die Punkte zu sammeln. Der viertplatzierte 1. FC Nürnberg liegt nur mit einem Punkt Vorsprung vor dem FSV, während der SC Sand mit einem Sieg gegen unsere Mannschaft bis auf drei Punkte herankommen kann. Es ist somit alles für eine spannende Rückrunde der 2. Frauen-Bundesliga angerichtet. Die Partie zwischen dem SC Sand und dem FSV Gütersloh wird am Sonntag, 26. Februar um 11:00 Uhr in der ADAMS Arena angepfiffen. Selina Menzel aus Stutensee wird das Spiel leiten, während Franziska Vögele und Chantal Kann ihr assistieren werden.

HIRSCH Porozell verlängert das Engagement beim FSV Gütersloh

FSV Gütersloh 2009 x HIRSCH Porozell GmbH

Die HIRSCH Porozell GmbH bleibt über die laufenden Saison 2022/23 hinaus ein Sponsor des FSV Gütersloh. Beide Seiten einigten sich auf eine Verlängerung der Zusammenarbeit. Europas Marktführer in der Dämmstoffindustrie wird den FSV Gütersloh weiterhin als „Bronze Partner“ unterstützen. „Wir danken der HIRSCH Porozell GmbH für ihr Vertrauen und die Unterstützung des FSV Gütersloh. Die Verlängerung des Sponsorings zeigt, dass wir gemeinsam auf dem richtigen Weg sind, um den Verein und den Frauenfußball in Ostwestfalen-Lippe nachhaltig zu fördern und zu weiter erfolgreich zu etablieren“, sagt Tobias Neumann, stellv. Geschäftsführer & Leiter Marketing / Sponsoring, FSV Gütersloh. „Die HIRSCH Servo Gruppe mit Stammsitz in Österreich betreibt insgesamt 31 Produktionsstandorte in ganz Europa. Einer dieser Standorte ist der von der HIRSCH Porozell Deutschland geleitete Firmensitz in Rheda-Wiedenbrück. Somit befindet sich das Unternehmen in unmittelbarer Nachbarschaft zu unserer Arena. Daher freuen wir uns sehr, dass ein ‚Global Player‘ den Sport in der Region unterstützt und die Bedeutung des Frauenfußballs erkennt“, ergänzt Neumann.

Spendenspiel gegen RB Leipzig: FSV Gütersloh sammelt 500 Euro für Erdbebenopfer

FSV-Verteidigerin Lilly Stojan im Spitzenspiel gegen RB Leipzig. (Foto: Dennis Seelige / FSV Gütersloh 2009)

Der FSV Gütersloh hat im Rahmen des gestrigen Spitzenspiels der 2. Frauen-Bundesliga gegen den Tabellenführer RB Leipzig eine Spendenaktion zugunsten der Erdbebenopfer in der Türkei und Syrien organisiert. Die Partie verfolgten 240 Zuschauer*innen live in der Tönnies Arena und leisteten mit ihrem Besuch einen Beitrag zur Unterstützung der Betroffenen Menschen im Erdbebengebiet. Der FSV Gütersloh hatte im Vorfeld der Partie entschieden, für jedes verkaufte Ticket einen Euro zu spenden. Dank der Unterstützung der Bäckerei, Konditorei & Frischmarkt Thiesbrummel konnten am Spieltag zudem frische Waffeln verkauft werden, so dass auch die gesamten Einnahmen aus dem Waffelverkauf in den Spendentopf fließen. Der FSV Gütersloh hat somit eine Gesamtspendensumme in Höhe von 500 Euro sammeln können. „Wir möchten uns recht herzlich bei den Zuschauer*innen bedanken. Sie haben durch ihren Besuch unseres Heimspiels den entscheidenden Beitrag geleistet, um eine kleine Spendensumme zu generieren. Sicherlich hätten wir uns sehr gefreut, wenn noch mehr Zuschauer*innen den Weg in die Arena und zum Spitzenspiel der 2. Frauen-Bundesliga gefunden hätten. Wir sind uns dennoch sicher, dass die gesammelte Spendensumme einen wichtigen Beitrag leisten wird, um den Menschen in den betroffenen Erdbebengebieten zu helfen“, sagt Michael Horstkötter, Geschäftsführer des FSV Gütersloh. „Ein Dankeschön geht ebenfalls an die Firma Thiesbrummel, die durch ihre Waffelteigspende den Verkauf von frischen Waffeln ermöglicht hat, sowie an die anwesenden Fans und Sponsoren, die das Spendenschwein weiter befüllt haben.“ Der FSV Gütersloh wird die Spendensumme in Höhe von 500 Euro an die „Aktion Deutschland Hilft e. V. – Bündnis deutscher Hilfsorganisationen“ übergeben. Die „Aktion Deutschland Hilft“ ist ein Zusammenschluss von deutschen Hilfsorganisationen unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten a. D. Herrn Horst Köhler, sowie der Kuratoriumsvorsitzenden Außenministerin Frau Annalena Baerbock. Zu den Mitgliedsorganisationen gehören unter anderem der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland, die AWO International, die CARE Deutschland und der Malteser Hilfsdienst.

FSV Gütersloh verliert Spitzenspiel gegen RB Leipzig mit 0:4, bleibt aber in Lauerstellung

FSV-Spielerin Paula Reimann im Duell gegen RB Leipzig. (Foto: Dennis Seelige / FSV Gütersloh 2009)

Im Kampf um den Bundesligaaufstieg musste der FSV Gütersloh auf die erhofften Bonuspunkte verzichten. Der Tabellenfünfte der 2. Liga verlor das Nachholspiel gegen Spitzenreiter RB Leipzig mit 0:4 und verpasste damit den möglichen Sprung auf Rang drei. Die „Roten Bullen“ aus Sachsen bauten ihren Vorsprung vor der SG 99 Andernach (27), die wohl keine Aufstiegsambitionen hegt, auf sieben Punkte aus. Hinter dem nicht aufstiegsberechtigten FC Bayern München II (23) darf sich nach 13 Spieltagen als Vierter der 1. FC Nürnberg (22) die größten Chancen auf den Sprung ins Oberhaus machen. Der FSV liegt mit 21 Punkten aber in Lauerstellung und ist keineswegs abgeschlagen. So deutlich im Hintertreffen, wie es das Ergebnis ausdrückt, sah Britta Hainke ihr Team im Spitzenspiel keineswegs. „Auch wenn es sich nach einem 0:4 vielleicht komisch anhört: Ich bin nicht unzufrieden mit unserer Leistung“, sagte die Trainerin und ergänzte: „Wir hätten das Spiel auch 2:1 gewinnen können.“ Hainke rechnete vor, warum drei Gegentore aus ihrer Sicht überflüssig waren: „Das 0:1 entsteht durch einen unberechtigten Freistoß. Das 0:3 war mehrfach vermeidbar. Und der Elfmeter zum 0:4 war absolut unberechtigt.“ Nur das 0:2 durch Barbara Brecht, erzielt in der 23. Minute aus der Distanz, listete sie als akzeptabel auf: „Das war ein Sonntagsschuss mit dem Glück, das man als Spitzenreiter nun mal hat.“ Auch Mittelfeldspielerin Maren Tellenbröker mochte nicht von einem verdienten Leipziger Sieg sprechen – schon gar nicht in der Höhe. Ihre Sicht auf den Spielverlauf in der ersten Halbzeit: „Die haben vier Schüsse und vier Tore. Wir haben vier Schüsse und null Tore.“ Tatsächlich ließen die Gastgeberinnen in der Tönnies-Arena, die lautstärkemäßig von den RB-Fans beherrscht wurde, in Schlüsselmomenten beste Möglichkeiten aus. Erst schloss Jacqueline Baumgärtel einen Konter völlig überhastet ab (25.), dann versprang der frei auf Elvira Herzog zustürmenden Leonie Kreil der Ball (28.). Und als die Chance bestand, kurz vor der Pause auf 1:3 zu verkürzen, scheiterte Kreil mit einem schwach getretenen Elfmeter an der RB-Keeperin. Dass Schiedsrichterin Irina Stremel darauf verzichtete, die Leipzigerin Frederike Kempe, der nach einem Schuss von Shpresa Aradini der Ball auf der Torlinie an die Hand gesprungen war, mit einer persönlichen Strafe zu belegen, sorgte für den ersten Ärger beim FSV. Dass die Unparteiische im Gegenzug nach einer sauber ausschauenden Abwehraktion von Celina Baum gegen Fatma Sakar auf Strafstoß (und Gelb für Baum) entschied, brachte die Gütersloher endgültig gegen sie auf. Jenny Hipp bedankte sich mit einem wuchtigen Schuss zum 0:4, an dem Torhüterin Sarah Rolle zwar die Hand dran hatte, den Ball aber nicht abwehren konnte. Spielerisch hatte der FSV Gütersloh trotz des klaren Pausenrückstands eine ordentliche Leistung geboten, sich im 4-1-4-1 diszipliniert an die Marschroute von Britta Hainke und Sammy Messalkhi gehalten und die direkt und schnell kombinierenden Leipzigerinnen nur selten zur Entfaltung kommen lassen. Den 0:1-Rückstand kassierte er in der 13. Minute nach einem Zweikampf zwischen Ronja Leubner und Medina Desic. Schiedsrichterin Stremel entschied überraschend auf Freistoß für Leipzig. Jenny Hipp traf vom linken Strafraumeck aus den Innenpfosten, und die montenegrinische Nationalspielerin Desic staubte leicht artistisch mit dem Fuß ab. Vor dem 0:3 in der 37. Minute bekam der FSV zweimal die Situation nicht geklärt, bevor der Ball bei einem Schussversuch von Christina Beck glücklich bei Vanessa Fudalla hängenblieb, die aus elf Metern zum 15. Mal in dieser Saison eiskalt zuschlug. „So sieht erste Liga aus“, skandierte und trommelte der Leipziger Anhang, als es nach 45 Minuten in die Kabinen ging. Im zweiten Abschnitt fielen keine Tore mehr. Der Grund: Die Gäste waren bei ihren zwei Möglichkeiten durch Hipp (62.) und Müller (85.) nicht mehr so kaltschnäuzig wie vorher. Und die nun mutiger und spielbestimmend werdenden Gütersloherinnen hatten im Abschluss nicht ausreichend Glück und Qualität. Paula Reimann per Freistoß (56.) und Jacqueline Baumgärtel (68.) fanden ihren Meister ebenso in Elvira Herzog wie die eingewechselte Lena Strothmann, die in der 90. Minute mit einem Lupfer an der RB-Schlussfrau scheiterte. FSV Gütersloh: Rolle – Tayeh (54. Stojan), Höfker, Reimann, Baum (77. Pagel) – Tellenbröker – Baumgärtel, Leubner (63. Wahle), Aradini, Deppe – Kreil (77. Strothmann). RB Leipzig: Herzog – Kempe(63. Rackow), Kaiser, Ringsing – Graf – Sakar, Brecht (63. Schaller), Hipp (68. Mauly), Beck (63. Metzner) – Desic (73. Müller), Fudalla. Schiedsrichterin: Irina Stremel (Barnten). Gelbe Karten: Baum – Brecht, Hipp, Rackow. Tore: 0:1 (13.) Desic, 0:2 (23.) Brecht, 0:3 (37.) Fudalla, 0:4 (45.+1) Hipp.

Zum Inhalt springen