FSV Gütersloh 2009

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FSV Gütersloh 2009

„Zweite“ beendet Durststrecke mit 2:1-Sieg in Berghofen

Die 2. Mannschaft des FSV Gütersloh nach dem Sieg gegen Berghofen. (Foto: Martin Löffler / FSV Gütersloh 2009)

Puh, das Aufatmen war bis nach Ostwestfalen zu hören: Mit einem 2:1-Erfolg beim Schlusslicht SV Berghofen hat sich der FSV Gütersloh II am 9. Spieltag wertvolle Luft im Kampf um den Klassenerhalt in der Regionalliga verschafft. „Nach drei Niederlagen in Folge war das ein ganz wichtiger Sieg – auch für die Moral“, weiß Matthias Kaiser. Allerdings reicht dem Teammanager der damit gefestigte 11. Tabellenplatz nicht. „Das rettende Ufer ist Platz zehn“, verweist er auf die Abstiegsregelung in der höchsten westdeutschen Spielklasse. Wenn das aktuelle Schlusslicht 1. FC Köln II aus der 2. Bundesliga absteigt und der Regionalligameister in der Relegation den Aufstieg in die 2. Bundesliga verpasst, gibt es nämlich vier Absteiger. Gegenüber der krisenhaften 2:3-Niederlage gegen Vorwärts Spoho Köln lief unser Team in Berghofen mit einer auf sechs Positionen veränderten Anfangself auf. Dennoch begann die Partie mit einer kalten Dusche. Zwar wehrte Torhüterin Janina Sauer in der 9. Minute einen Konter bravourös ab, doch die nachfolgende (kurz gespielte) Ecke bescherte ihr das 0:1, weil sich der Ball über sie hinweg ins lange Eck senkte. Das Bangen dauerte jedoch nicht lange, denn Pamela Jahn sorgte schon fünf Minuten später für den Ausgleich. Die 27-Jährige, zusammen mit Olivia Zitzer und Lilly Stojan eine erneute Leihgabe aus der „Ersten“, wurde nach einer Balleroberung im Mittelfeld nicht angegriffen, fand keine Abspielmöglichkeit, schoss daher mit ihrem schwächeren linken Fuß aufs Tor und traf zum 1:1. Als Katharina Rädeker in der 43. Minute nach einem Zuspiel von Anna-Lena Meier mit ihrem zweiten Saisontreffer die 2:1-Führung für den FSV erzielte, war die Stimmung in der Pausenkabine noch besser. „Wir hätten den Sack dann zumachen müssen“, sagte Matthias Kaiser. Er musste zusammen mit Trainer Mark Oliver Stricker aber bis zum Abpfiff leicht zittern, denn Leni Welpott und die eingewechselte Chiara Tappe nutzten ihre Chancen nicht. Dem Tabellenletzten half auch die Einwechslung von Trainerin Laura Marienfeld, eine frühere FSV-Spielerin, in der Schlussphase nicht mehr. Die nächste Aufgabe ist für unsere „Zweite“ ungleich schwerer. Am Sonntag, 30. Oktober, gastiert um 13 Uhr der Spitzenreiter VfR SW Warbeyen aus Kleve in der Tönnies-Arena. Gecoacht werden die Gütersloherinnen dann weder von Stricker noch von Kaiser, die beide verhindert sind. Den Job übernimmt mit Katrin Lückel ein Mitglied des Zweitliga-Trainerteams, die gelegentlich auch Trainingseinheiten des Regionalligateams leitet. FSV Gütersloh: Sauer – Ludwigt (75. Pradella), Lückel, Zitzer, Kammermann – Stojan, Löffler – Wellpott, Jahn, Rädeker (78. Rother) – Meier (61. Tappe).

FSV mit Last-Minute-Triumph gegen Nürnberg an die Tabellenspitze

Shpresa Aradini und Hedda Wahle feiern mit Torschützin Leonie Kreil die 1:0 Führung gegen den 1. FC Nürnberg. (Foto: Dennis Seelige / FSV Gütersloh 2009)

Der FSV Gütersloh ist neuer Tabellenführer der 2. Frauen-Bundesliga. Ein Treffer von Jacqueline Baumgärtel in der zweiten Minute der Nachspielzeit bescherte unserem Team am Sonntag einen 2:1-Heimsieg über den 1. FC Nürnberg. Dass der verdiente Erfolg im Spielverlauf auch glückliche Aspekte hatte, störte im kollektiven Jubel nach dem Schlusspfiff niemanden mehr. „Hauptsache drei Punkte“, atmete Trainer Sammy Messalkhi erleichtert auf. Zumindest bis Mittwoch darf sich der FSV an der Spitze sonnen, dann kann sich RB Leipzig die Pole-Position im Nachholspiel gegen Hoffenheim II zurückerobern. Eine „Zuschauerin“ verschlief den von 250 Zuschauern lautstark gefeierten Triumph. Unsere langjährige Spielerin Melanie Schuster war drei Wochen nach der Geburt mit ihrem Töchterchen Mavie in die Tönnies-Arena gekommen. Kapitänin Sarah Rolle überreichte ihr anschließend im Mannschaftskreis ein kleines FSV-Trikot mit Namen und Rückennummer 12. Die nach der Babypause ihrem Comeback entgegenfiebernde Mama sah eine erste Halbzeit, in der ihr Team den Gegner in allen Belangen dominierte. „Wir müssen eigentlich mit 3:0 führen“, stellte Schuster angesichts des 0:0-Pausenstands bedauernd fest. Untermauern konnte sie ihre Einschätzung mit einem Verweis auf ein Chancenverhältnis von 8:1. Der in der Defensive hellwache und zweikampfstarke FSV nutzte mit Laufstärke und Passsicherheit die Räume links und rechts der Nürnberger Dreier-Abwehrkette geschickt aus. Der Angriffswirbel startete in der 3. Minute mit einer Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns. Die mehrfach unsichere Katharina Linke erkannte ein von Lena Strothmann mit einer scharfen Hereingabe auf Shpresa Aradini erzwungenes Eigentor von Franziska Mai wegen einer angeblichen Abseitsstellung nicht an. Weiter ging es mit guten bis sehr guten Möglichkeiten für Strohmann (5.), Aradini (16.), Paula Reimann (20.), Strohtmann (22.), Ronja Leubner (28.), Leonie Kreil (32.) und Anna Höker (42.). „Wir hatten das Spiel total in der Hand“, analysierte Cheftrainerin Britta Hainke. Die überfällige Führung gelang aber erst nach der Pause in der 49. Minute. Als die eingewechselte Celina Baum von Club-Verteidigerin Amelie Thöne gefoult wurde, zirkelte Leonie Kreil den fälligen Freistoß aus 17 Metern über die Mauer hinweg zum 1:0 ins Nürnberger Tor. Warum unser Team anschließend die zuvor beherzt verfolgte Marschroute schlagartig verließ und den mutiger werdenden Gästen immer mehr Spielraum überließ, konnte niemand erklären. „Wir haben im Mittelfeld überhaupt keinen Zugriff mehr gehabt“, monierte Hainke. In der 64. Minute gab es die Quittung, als Torhüterin Sarah Rolle bei einem langen Ball auf Nastassja Lein zu spät kam und die Nürnberger Torjägerin im Strafraum umrammte. Den korrekten Foulelfmeter verwandelte Lara Felix sicher zum 1:1-Ausgleich. „Ein Unentschieden wäre aufgrund der zweiten Halbzeit auch in Ordnung gewesen“, sagte Hainke und gab sogar zu: „Wir hätten uns auch nicht beschweren können, wenn wir das Spiel verloren hätten. Gleich dreimal trafen die Nürnbergerinnen in der 2. Halbzeit nämlich die Latte, und Rolle musste in der 67. Minute eine Glanzreaktion zeigen, um einen Kurzdistanz-Schuss von Lein abzuwehren. Hochkaräter hatte der FSV Gütersloh erst wieder ganz am Ende. Erst zwang Hedda Wahle die Club-Keeperin Lea Paulick mit einem indirekten Freistoß im Nürnberger Strafraum zu einer Rettungstat (90.). Dann ließ sich die frei auf Paulick zustürmende Celina Baum von Abwehrspielerin Mai aus der Ruhe bringen und schoss vorbei (90.+1). Zum Glück behielt Jacqueline Baumgärtel in der nächsten Szene die Nerven. Von Baum nach kampfstarker Balleroberung angespielt, drang sie auf halbrechts in den Strafraum ein („Ich habe kurz überlegt, den Ball noch quer zu legen“) und schoss den Ball flach ins lange Eck. Dass sie nach einem zweiwöchigem USA-Urlaub nicht sofort wieder für die Startelf nominiert worden war, hatte „Baumi“ akzeptiert. Die Einwechslung der 20-Jährigen in der 75. Minute erwies sich im Nachhinein als Glücksgriff. Hatte der FSV eine Woche zuvor in Jena im letzten Moment das 2:2 kassiert und zwei Punkte verloren, drehte er den Spieß jetzt um und holte sich im sechsten Saisonspiel den vierten Dreier. Weiter geht es für die Gütersloherinnen am Sonntag, 30.Oktober, um 11 Uhr beim Tabellendrittletzten FC Ingolstadt. Schon jetzt aber freut man sich auf das Top-Heimspiel am 18. Dezember gegen RB Leipzig. Weil die Tönnies-Arena an diesem Tag nicht zur Verfügung steht, findet die Partie im Gütersloher Heidewaldstadion statt. FSV Gütersloh: Rolle – Tayeh (75. Baumgärtel), Höfker, Wahle, Deppe (88. Manteas) – Tellenbröker – Leubner (61. Pagel), Aradini – Kreil, Reimann, Strothmann (46. Baum). Im Aufgebot: Schriek, Moses, Sommer, Mischke (Tw), Jäger (Tw). 1. FC Nürnberg: Paulick – Schneider (46. Hein), Thöle, May – Mai, Felix (76. Fournier), Kusch (85. Leske), Mühlemann, Führlein – Lein. Tore: 1:0 (49. Kreil, 1:1 (64.) Felix (FE), 2:1 (90.+2) Baumgärtel.

U-17 unterliegt Bayer Leverkusen im Gipfeltreffen mit 0:2

FSV U-17 Mittelfeldspielerin Christin Schweißinger (Foto: Boris Kessler / FSV Gütersloh 2009)

Wer kein Tor schießt, kann kein Spiel gewinnen. Eine Woche nach dem 0:0 bei Borussia Mönchengladbach machte unsere U17 diese Erfahrung auch im Bundesliga-Gipfeltreffen mit Bayer Leverkusen. Weil der Spitzenreiter aus dem Rheinland in der entscheidenden Kategorie besser war und zweimal traf, unterlagen die Gütersloherinnen mit 0:2 und fielen in der Tabelle vom zweiten auf den fünften Platz zurück. „Wir haben uns heute selber geschlagen“, haderte Trainer Christian Franz-Pohlmann erneut mit der mangelhaften Chancenverwertung seines Teams. In der heimischen Tönnies-Arena waren die Gütersloherinnen aktiver, offensiver und unter der Anführerschaft der herausragenden Kapitänin Finja Kappmeier auch spielstärker. Aus einem gut organisierten 4-3-3 ließ der FSV den Titelfavoriten aus Leverkusen mit einem frühen Pressing nicht zur Entfaltung kommen. Vielleicht spielte den Gastgeberinnen in die Karten, dass Bayer Leverkusen auf Estrella Merino Gonzales verzichten musste, die für die EM-Qualifikation in Slowenien zur deutschen U17-Auswahl abgestellt ist. Allerdings musste Torhüterin Luisa Pösentrup in der 6. Minute eine Glanztat vollbringen, um einen Rückstand zu verhindern, als sie einen Schuss von Delice Boboy parierte. Schon zur Pause hatte der FSV aber ein Chancenplus. Ein 16-Meter-Schuss von Hanna Krohne krachte ans Lattenkreuz (24.), und einen 18-Meter-Versuch von Nora Willeke lenkte Bayer-Keeperin Emma Maria Petri zur Ecke (36.). Es hatte sich ausgezahlt, dass „CFP“ im Spielverlauf die starke Johanna Burholz auf die Position sechs vorschob und Phine Ebert von dort in die Innenverteidigung verschob. Anstatt in der zweiten Halbzeit weiter auf den Führungstreffer zu drängen, mussten die FSV-Mädels plötzlich einem Rückstand hinterherlaufen. Luisa Pösentrup hatte den Ball in der 44. Minute an der eigenen Strafraumgrenze gegen Ida Katharina Daedelow vertändelt. Beim Rettungsversuch prallte die Kugel zu Delice Boboy, und die Leverkusener Stürmerin schob sie zum 0:1 ins leere Tor. Besiegelt war das Schicksal der Gütersloherinnen damit aber nicht, denn sie nahmen das Heft nun noch deutlicher in die Hand und erspielten sich zahlreiche Möglichkeiten. Allein drei „Hundertprozentige“ wanderten in den Notizblock. Doch weder Nora Willeke (52., 54.) noch Nova Wicke (56.) zeigten Torjägerqualitäten. Auch einem halben Dutzend gefährlich vor das Leverkusener Tor getretener Eckstöße entsprang kein Treffer. „Es fehlte die Entschlossenheit“, monierte Christian Franz-Pohlmann. Wie es geht, zeigte in der 73. Minute der Gegner. Delice Boboy setzte sich im Strafraumduell gegen FSV-Verteidigerin Emily Kiske durch und schloss zum 0:2 ab. Mit zehn Treffern führt die 15-Jährige die aktuelle Torschützenliste der Bundesliga West/Südwest an. Zum Vergleich: Der FSV Gütersloh hat in den ersten fünf Saisonspielen insgesamt erst acht Mal getroffen, während Bayer Leverkusen auch im Torverhältnis (24:3) einsame Spitze ist. FSV Gütersloh: Pösentrup – Nünning, Burholz, Kappmeier, Kiske – Ebert – Wicke (56. Schoemann), Willeke (74. Schüttelhöfer) – Krohne, Heisinger, Abendroth (51. Schweißinger). Im Aufgebot: Schäfermeier, Naccarato, Dobiat (Tw). Tore: 0:1 (44.) Boboy, 0:2 (73.) Boboy.

Büffeln mit den Ex-Profis: FSV U-16 Trainer Noah Henneböhle beim Trainerlehrgang

FSV U-16 Trainer Noah Henneböhle (Foto: Boris Kessler / FSV Gütersloh 2009)

In der Regionalliga hatte unsere U-16 vier Wochen Pause, bevor am Samstag, 22. Oktober mit einem Heimspiel gegen DJK Arminia Ibbenbüren weitergeht. Noah Henneböhle, Trainer des nach fünf Spielen mit drei Punkten auf Rang elf liegenden Teams, hatte in den Herbstferien aber alles andere als Pause. Der 23-Jährige bereitet sich auf das „Finale“ seines Lehrgangs zum Erwerb der Lizenz B+ vor. Am 9. November findet die Abschlusspräsentation statt. Hinter dem aus Büren stammenden Henneböhle liegt dann eine intensive Ausbildung, die sich über vier Monate erstreckte und insgesamt 160 Lerneinheiten umfasste. Die mehrtägigen Präsenzphasen absolvierte der FSV-Talentcoach in Hamburg. In den dazwischen liegenden Anwendungsphasen galt es unter anderem, die praktische Trainingsarbeit zu dokumentieren und Videoanalysen zu erstellen. Umsonst gibt es den vom DFB geleiteten Lehrgang natürlich nicht: Noah Henneböhle investierte rund 3.200 Euro in die Ausbildung. Gelernt haben dürfte er manches auch bei den Gesprächen abseits des Unterrichts: Zusammen mit ihm drückten die früheren Nationalspieler Lars und Sven Bender sowie zahlreiche Ex-Profis wie Sidney Sam, Philipp Bargfrede, Markus Brzenska und Bernd Nehrig die Schulbank. Die Lizenz B+ berechtigt zu einer Trainertätigkeit bis zur männlichen U19- und U17-Regionalliga sowie in der B-Juniorinnen-Bundesliga. Im November beginnt für Noah Henneböhle auch in nicht-fußballerischer Hinsicht ein neuer Abschnitt. Nach dem Abschluss des Lehramtsstudiums für Sport und Mathematik an der Universität Bielefeld startet am Gymnasium Leopoldinum in Detmold das 18-monatige Referendariat.

FSV trifft beim Girls Snow Cup auf die Crème de la Crème des Mädchenfußballs

Girls Snow Cup (Grafik: Girls Snow Cup)

Ende Januar wird ganz Fußballdeutschland auf das Jubiläumsturnier des Girls Snow Cup blicken. Das traditionsreiche Mädchenfußballturnier wird vom 28.01. bis 29.01.2023 in der Kreissporthalle Lübbecke ausgetragen. Das Teilnehmerfeld des U-15-Turnier wartet mit großen Namen auf: Neben dem FSV Gütersloh werden unter anderem der VfL Wolfsburg, Eintracht Frankfurt, der 1. FC Köln, die SGS Essen, Borussia Mönchengladbach, der Hamburger SV und viele weitere traditionsreiche Verein bei der Jubiläumsausgabe des GSC an den Start gehen. Beim Girls Snow Cup 2023 werden die Mannschaften mit ihren U-15 Mannschaften, bestehend aus Spielerinnen aus den Jahrgängen 2008/09 und jünger, vertreten sein. Das Turnier ist somit für den FSV Gütersloh eine ideale Plattform, um junge und neue Talente auf dem Spitzenniveau Erfahrungen sammeln zu lassen und diese an den Leistungsfußball heranzuführen. Zahlreiche Nationalspielerinnen und bekannte Spielerinnen haben auf ihrem Weg in den Spitzenfußball den Girls Snow Cup als Plattform genutzt, um ihr Talent zur Schau zu stellen und sich fußballerisch weiterzuentwickeln. Neben zahlreichen FSV-Spielerinnen wie Lena Strothmann (Torschützenkönigin des GSC 2018), waren unter anderem auch die deutschen Nationalspielerinnen Klara Bühl, Paulina Krumbiegel und Nicole Anyomi beim GSC aktiv. Beim Girls Snow Cup werden nun neue Talente aus dem gesamten Bundesgebiet zusammenkommen und sich einem sportlich hochwertigen Wettbewerb stellen. Für weitere Informationen und Möglichkeiten eines Probetrainings, können sich interessierte und talentierte Mädchen aus den Jahrgängen 2008/09 und jünger bei unserem Jugendleiter Armin Aust (a.aust@fsvguetersloh.de) melden.

Emilia Deppe: Spross einer Kanu-Familie wird zur U19-Nationalspielerin

FSV-Talent und DFB U-19 Nationalspielerin Emilia Deppe. (Foto: Dennis Seelige / FSV Gütersloh 2009)

Das ist durchaus ein strammes Programm: Am Montag nach dem Sonntagspiel des FSV Gütersloh in Jena (2:2) besuchte Emilia Deppe auf eigenen Wunsch erst noch für zwei Schulstunden das Gymnasium Schloss Overhagen in Lippstadt. „Wir schreiben Freitag eine Mathe-Klausur“, so die ehrgeizige Abitur-Anwärterin. Anschließend chauffierten ihre Eltern sie nach Frankfurt, wo auf dem DFB-Campus bis einschließlich Donnerstag ein Sichtungslehrgang des U19-Nationalteams stattfindet. Und am Sonntag um 11 Uhr hofft die 17-Jährige im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg wieder in der Startformation unserer Zweitligafrauen zu stehen. Gesichtet werden muss Emilia Deppe für die U19 nicht mehr. Längst sind die Qualitäten der Linksverteidigerin, die im Juni beim 4:1-Sieg in Frankreich im Nationaltrikot debütierte, beim DFB bekannt. Schließlich gehörte sie anschließend auch bei der EM-Endrunde in Tschechien zum deutschen Aufgebot, das den Einzug ins Halbfinale knapp verpasste. Da sie aber den Herbstferien-Lehrgang des Nationalkaders vom 3. bis 12. Oktober in Duisburg wegen eines längerfristig festgelegten Familienurlaubs ausfallen lassen musste, einigte sie sich mit Trainerin Kathrin Peter auf die Teilnahme an der nachgeschalteten Sichtungsmaßnahme. Schließlich möchte sich Deppe empfehlen für die Nominierung zur Europameisterschaft 2023, die in Belgien stattfinden wird. Gute Noten stellt ihr auf jeden Fall Britta Hainke aus, unter deren Fittichen sie seit Juli beim FSV Gütersloh trainiert. „Sie ist sehr leichtfüßig, hat einen unheimlichen Drang nach vorne, ist gierig auf den Ball und zeigt ein richtig starkes Zweikampfverhalten“, lobt sie den Neuzugang: „Zusammenfassend“, so Hainke, „ist Emilia für uns eine sehr wertvolle Spielerin.“ Dass sie sowohl im DFB-Pokal gegen Wolfsburg als auch in den ersten drei Ligaspielen zur Startelf gehörte, war deswegen keine Überraschung. Gegen Potsdam fehlte sie urlaubsbedingt, und in Jena kehrte die Spielerin mit der Rückennummer 27 zur zweiten Halbzeit auf ihren Stammplatz zurück. Dass sie Fußballerin wurde, war Emilia Deppe nicht in die Wiege gelegt – ganz im Gegenteil. Sie kommt aus einer Kanusport-Familie. Ihre Tante Ulrike war Olympiateilnehmerin 1972 in München und Doppelweltmeisterin im Slalom 1981. Ihr Vater Bernhard war mehrfacher deutscher Meister im Wildwasser, Cheftrainer von Norwegen und Niederlande und in dieser Funktion bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona und 1996 in Atlanta dabei. Auch sie saß als junges Mädchen im Boot und bestritt ein Rennen. Es blieb ihr einziges. „Ich bin nicht so der Wassermensch“, stellte sie fest und entwickelte als Jugendliche eher ein Faible für Badminton, den Sport ihrer Mutter Ute. Bis zur NRW-Rangliste war sie für den 1. BV Lippstadt als Schülerin aktiv. Auch heute greift sie noch gerne zum Schläger. Das Fokus liegt aber voll und ganz auf dem Fußball. Ein Zufall spielte dabei mit: Als ihre Eltern einmal Urlaub machten, schickten sie Emilia und ihren Bruder in die Fußball-Ferienschule von Ex-Bundesligaprofi Michael Rummenigge, einem Lippstädter Schulkameraden ihres Vaters. Dort wurde ihr Talent erkannt, und die weitgehend in den Jungenmannschaften des SV Lippstadt bestrittene Karriere begann. Kurioserweise schließt sich beim FSV Gütersloh nun ein Kreis: Emilia Deppe spielt hier mit der schon 2020 aus Minden gekommenen Hedda Wahle zusammen, die sie seinerzeit in der Rummenigge-Schule kennengelernt hatte.

FSV II verliert kurz vor Abpfiff das Heimspiel gegen Vorwärts Spoho 98

Die 2. Mannschaft des FSV Gütersloh. (Foto: Martin Löffler / FSV Gütersloh 2009)

Der Kampf um den Klassenerhalt in der Regionalliga droht für unser Perspektivteam zu einer Zitterpartie zu werden. Mit der 2:3-Heimniederlage gegen Vorwärts Spoho Köln ging der FSV Gütersloh II am Sonntag zum dritten Mal hintereinander leer aus. Nach dem aussichtsreichen Saisonstart mit sieben Punkten aus vier Spielen fiel die Mannschaft in der Tabelle hinter Köln auf Rang elf zurück und liegt nur einen Platz und zwei Punkte vor der Abstiegszone. Weil die nach souveräner 2:1-Führung durch einen unbedingt vermeidbaren Gegentreffer in der 88. Minute erlittene Schlappe höchst überflüssig war, ließ Marc-Oliver Stricker die Alarmglocken schrillen. Noch auf dem Platz hielt er der Mannschaft eine Standpauke und appellierte an Selbstkritik und Einstellung der Spielerinnen. Überflüssig war die Niederlage vor allem, weil der FSV genügend Torchancen hatte, um die Partie für sich zu entscheiden. Allein Anna-Lena Meier, fleißig wie immer, boten sich in der ersten Halbzeit vier gute Möglichkeiten, von denen sie keine nutzte. Pech, dass dem Aufsteiger, der insgesamt erst acht Treffer erzielte, mit Svenja Hörenbaum, Marie Schröder, Anabel Herick und Laura Dahlkemper vier Spielerinnen wegen Verletzungen fehlten und Thandie Reinkensmeier wegen fehlender Freigabe ihres Ex-Klubs immer noch zwangspausiert. Es ging mit einem 1:1 in die Pause, weil Innenverteidigerin Chiara Tappe in der 36. Minute per Kopf nach einer Ecke von Julia Gärtner den 0:1-Rückstand egalisierte, den sich der FSV in der 28. Minute durch die starke Antje Blumhagen eingehandelt hatte. Allerdings musste einmal Tappe mit einer Risikogrätsche (17.) und einmal Torhüterin Janina Sauer mit einer Glanzreaktion (44., Pfosten) einen zweiten Gegentreffer verhindern. Hatte Stricker schon vorher auf das riesige Loch im Mittelfeld und die Defizite im Spielaufbau mit dem Vorziehen von Lena Lückel auf die Position sechs reagiert, baute der Coach das Team zur zweiten Halbzeit stark um. Er stellte hinten auf Viererkette um, wechselte Lilly Stojan für die Innenverteidigung ein, schickte Tappe als Sturmspitze nach vorne und beorderte Leandra Kammermann vom rechten Mittelfeld auf die Linksverteidigerposition. Die Maßnahmen schienen zu fruchten, denn Julia Gärtner brachte den FSV in der 49. Minute nach einer Meier-Hereingabe von rechts mit 2:1 in Führung. Die Gütersloherinnen hatten das Spiel klar im Griff, und wenn Chiara Tappe mit ihren beiden Chancen in der 62. und 64. Minute das dritte Tor erzielt hätte, wäre vermutlich Ruhe im Karton gewesen. So aber durften die Gäste durch Blumhagens sechsten Saisontreffer zum 2:2 ausgleichen (65.), dem FSV das Heft aus der Hand nehmen und ihn zunehmend in Schwierigkeiten bringen. Während „Mo“ Stricker von der Bank aus keine Akzente mehr setzen konnte und nur noch Lena Lückel aussichtsreich, aber erfolglos zum Abschluss kam (81.), näherten sich die Gäste dem Siegtreffer kontinuierlich an. Dass der dann in der 88. Minute durch eine Ecke fiel, bei der Torhüterin Janina Sauer sich nicht gegen die Bedrängnis von Meike Wassermann zu wehren vermochte, passte irgendwie ins Bild. Für das Team gilt es jetzt, die durchaus vorhandenen guten Phasen und Aspekte im Kopf zu behalten und gleichzeitig die Kritik des Trainers zu beherzigen. Schon am Sonntag steht das nächste „Sechs-Punkte-Spiel“, so Teammanager Matthias Kaiser, an. Die Reise geht nach Dortmund zum Schlusslicht Spvg. Berghofen. FSV Gütersloh: Sauer – Tappe, Lückel, Zitzer – Kammermann, Ostenfelder (79. Junker), Pradella (80. Welpott), Büttner (46. Stojan) – T. Rother, Meier (59. Rädeker), Gärtner. Tore: 0:1 (28.) Blumhagen, 1:1 (36.) Tappe, 2:1 (49.) Gärtner, 2:2 (65.) Blumhagen, 2:3 (88.) Wassermann.

Schock in der ersten und letzten Minute führt zu gerechtem Remis

FSV-Mittelfeldspielerin Ronja Leubner (Foto: Dennis Seelige / FSV Gütersloh 2009)

Bis in die Nachspielzeit hinein war der FSV Gütersloh am 5. Spieltag neuer Spitzenreiter der 2. Frauen-Bundesliga, denn er führte beim FC Carl Zeiss Jena mit 2:1. Mit der letzten Aktion musste unser Team aber noch den 2:2-Ausgleich hinnehmen und sich mit Rang drei hinter der SG 99 Andernach und RB Leipzig zufrieden geben. „Insgesamt geht das Unentschieden in Ordnung“, kommentierte Britta Hainke den Ausgang der Partie: „Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass wir mit einem Punkt zufrieden wären, und das sage ich jetzt auch.“ Die FSV-Trainerin ließ in ihre Bewertung mit einfließen, dass ihre Mannschaft in einer hoch-intensiven Partie einen frühen 0:1-Rückstand in eine 2:1-Führung gedreht hatte und am Ende gegen die körperlich starken Gastgeberinnen den Kräfteverschleiß deutlich spürte. Wegzustecken galt es im Ernst-Abbe-Sportfeld auch die nicht optimale personelle Ausgangslage. Neben Stammkeeperin Sarah Rolle und Stürmerin Jacqueline Baumgärtel, die beide wegen eines länger geplanten Urlaubs fehlten, fiel kurzfristig auch noch Celina Baum aus. Die schnelle Angreiferin musste wegen eines positiven Corona-Befunds pausieren. Anstelle von Rolle führte Maren Tellenbröker, die von 2016 bis 2020 selbst in Jena gespielt hatte, das Team als Kapitänin auf den Rasenplatz. Zwischen den Pfosten feierte die 17-jährige Katharina Jäger ihr gelungenes Zweitligadebüt. Den ersten Schock mussten die Gütersloherinnen nach 30 Sekunden hinnehmen. Auf der rechten Außenverteidigerseite wurde eine Flanke nicht entschlossen genug verhindert, und Luca Birkholz köpfte den Ball zur Jenaer Führung ins Tor. „Dann waren auf jeden Fall wach“, kommentierte Britta Hainke die anfängliche Nachlässigkeit sarkastisch. Unser Team kämpfte sich fortan in die Partie. Lena Strothmann scheiterte in der 8. Minute mit der ersten guten Chance an Keeperin Mailin Wichmann, und auch die von Leonie Kreil in Szene gesetzte Shpresa Aradini verpasste in der 29. Minute den Ausgleich – ihr Schuss ging knapp am Tor vorbei. Mit der Einwechslung von Emilia Deppe als Linksverteidigerin setzten Britta Hainke und Sammy Messalkhi mit Beginn der 2. Halbzeit einen Akzent, der dem Spiel unserer Mannschaft gut tat. Nun war es der FSV, der früh traf: Paula Reimann erzielte in der 47. Minute mit einem Lupfer über Wichmann hinweg das verdiente 1:1. „Jetzt gingen die Köpfe bei uns hoch“, bemerkte Hainke und registrierte, dass die Gütersloherinnen das Kommando in Thüringen übernahmen. Die Führung lag bereits in der Luft, als Lena Strothmann an Wichmann scheiterte (60.) und einem Treffer von Leonie Kreil wegen einer fragwürdigen Abseitsentscheidung die Anerkennung versagt wurde (62.). In der 69. Minute aber bejubelte die Ex-Jenaerin ein unumstrittenes Tor. Nach einem Zuspiel von Paula Reimann brachte Kreil den FSV mit 2:1 nach vorne. Zwar erkämpfte sich unser Team mit großem Einsatz aussichtsreiche Pressing-Situationen, konnte die vorzeitige Entschidung aber nicht erzwingen. Auf der anderen Seite gab sich der mit drei Punkten aus vier Spielen schlecht in die Saison gestartete Ex-Bundesligist nicht geschlagen. „Unser Spiel hatte viel Körner gekostet, und hinten heraus sind uns die Kräfte etwas ausgegangen“, stellte Britta Hainke fest. Mit vier Wechseln in der Schlussphase versuchte der immer stärker unter Druck geratene FSV Zeit von der Uhr zu nehmen und den „Dreier“ ins Ziel zu bringen. Nachdem Katharina Jäger in der 85. Minute mit einer starken Parade den Ausgleich noch verhindern konnte, musste sie sich ganz am Ende der zweiminütigen Nachspielzeit geschlagen geben: Im Anschluss an eine Ecke klärte unsere Abwehr den Ball nicht weit genug. Als er wieder in den Strafraum geschlagen wurde, stand Luca Birkholz frei und schoss aus 14 Metern das von den Gastgeberinnen umjubelte 2:2. Weiter geht es für unsere Frauen mit einem Heimspiel am Sonntag, 23. Oktober. Um 11 Uhr stellt sich der 1. FC Nürnberg in der Tönnies-Arena vor. FSV Gütersloh: Jäger – Pagel (46. Deppe), Höfker, Wahle, Tayeh (90. Sommer) – Kreil, Tellenbröker, Leubner (80. Manteas), Aradini – Reimann (90. Jahn), Strothmann (83. Schriek). Aufgebot: Mischke (Tw). Tore: 1:0 (1.) Birkholz, 1:1 (47.) Reimann, 1:2 (69.) Kreil, 2:2 (90.+2) Birkholz.

Souveräner 7:2 Testspielsieg unserer U-16 gegen Blau-Weiß Gütersloh

Erfolgreicher Test der FSV U-16 gegen Blau-Weiß Gütersloh (Foto: Hansmeier / FSV Gütersloh 2009)

Die U-16 Mannschaft des FSV Gütersloh hat das spielfreie Wochenende in der B-Juniorinnen-Regionalliga West für ein kurzfristig angesetztes Testspiel genutzt. Das Team von Cheftrainer Noah Henneböhle empfing dabei die Jungenmannschaft des Blau-Weiß Gütersloh in der Tönnies Arena. Der FSV konnte das Spiel erfolgreich bestreiten und am Ende einen souveränen 7:2 Kantersieg feiern. Am kommenden Samstag wird der FSV in der Regionalliga auf die DJK Arminia Ibbenbüren treffen. Das Spiel wird in der Tönnies Arena stattfinden.

FSV U-17 trennt sich mit einem torlosen Unentschieden von Borussia Mönchengladbach

Die U-17 Mannschaft des FSV Gütersloh (Foto: Peter Schweißinger / FSV Gütersloh 2009)

Wenn unser U17-Team am kommenden Samstag als amtierender Meister der Bundesliga West/Südwest den aktuellen Spitzenreiter Bayer Leverkusen zum Gipfeltreffen in der Tönnies-Arena empfängt (14 Uhr), hat der Rückenwind aus dem Saisonstart etwas an Kraft verloren. Nach drei Siegen mussten die Gütersloherinnen am Samstag mit dem 0:0 beim starken Tabellenvierten Borussia Mönchengladbach den ersten Punktverlust hinnehmen. „Es fehlte dieser eine Punch, um den Dreier auf der Habenseite zu verbuchen“, bedauerte Christian Franz-Pohlmann. Der Trainer war aber weit davon entfernt, enttäuscht zu sein: „Der Auftritt der Mädels war in Ordnung, sie haben prima gekämpft.“ Wo es im Vergleich zur Vorsaison noch hapert, zeigt der Blick auf die Tabelle: Während Bayer Leverkusen, für „CFP“ der klare Titelfavorit, in vier Spielen 22 Tore erzielte, brachte es der FSV erst auf 8 Treffer. „Im Offensivbereich sind wir noch nicht so stark“, gibt der Coach zu. Besonders schmerzlich war deswegen, dass unserem Team in Mönchengladbach gleich drei Angreiferinnen fehlten: Meryem Duran ist mit dem U17-Nationalteam der Türkei unterwegs, Nova Wicke meldete sich kurzfristig mit Fieber ab, und Cosma Abendroth fiel wegen einer Knieverletzung aus. Auf der Ersatzbank standen Franz-Pohlmann insgesamt nur drei Feldspielerinnen zur Verfügung. In einer Partie, die nicht von Strafraumszenen geprägt war, hatte der FSV ein quantitatives und qualitatives Plus an Torchancen. Die größte hatte Hanna Krohne in der 30. Minute, als sie den Ball nach einer Ecke an die Lattenunterkante köpfte und mit dem Nachschuss an Mette Liv Brandes scheiterte. Kurz vor Schluss (77.) machte die Gladbacher Keeperin auch die zweite Top-Chance von Krohne zunichte, die von Nora Willeke mit einem Steckpass bedient worden war. Einen Treffer auf dem Fuß hatte bei ihrem Saisondebüt Joyce Schüttelhöfer, doch ihr Schuss in der 22. Minute ging am langen Pfosten vorbei. In das Spiel gegen Leverkusen gehen unsere Talente als Tabellenzweiter. Der DFB hat dem Stellenwert der Partie entsprechend eine prominente Schiedsrichterin angesetzt. Kathrin Heimann (37) aus Gladbeck hat in ihrer langen Laufbahn neben vielen Zweitligaspielen bereits 82 Begegnungen der FLYERALARM Frauen-Bundesliga geleitet. FSV Gütersloh: Pösentrup – Nünning, Burholz, Kappmeier, Kiske – Willeke, Ebert – Schweißinger (71. Schäfermeier) – Heisinger, Schüttelhöfer (55. Naccarato), Krohne.

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