Das offizielle Turniermagazin zum Gütersloher Hallenmasters 2025 um den Keystone Sports Cup als digitale Ausgabe. Die Printausgabe erhaltet ihr an den Turniertagen direkt am Veranstaltungsort.
Kategorie: News
Demi Pagel kehrt zum FSV Gütersloh zurück
Der FSV Gütersloh freut sich, die Rückkehr von Demi Pagel bekanntzugeben. Die 21-jährige Mittelfeldspielerin wird zur Rückrunde der 2. Frauen-Bundesliga wieder die Farben des FSV Gütersloh tragen. Nach ihrer Zeit an der California Baptist University (CBU) in Riverside, Greater Los Angeles kehrt Pagel nun zurück zu ihren Wurzeln. Pagels fußballerische Karriere begann beim FSV Gütersloh, wo sie in der Saison 2018/19 ihr Debüt in der U17 gab. Mit 17 Einsätzen in der B-Juniorinnen-Bundesliga West/Südwest machte sie früh auf sich aufmerksam. Im Sommer 2020 schaffte sie den Sprung in die erste Mannschaft und wurde mit 78 Spielen in der 2. Frauen-Bundesliga zu einer wichtigen Stütze des Teams. Im Sommer 2024 führte Pagels Weg in die USA, wo sie an der California Baptist University sowohl akademisch als auch sportlich weiterentwickeln konnte. Nun kehrt sie zum FSV Gütersloh zurück, um gemeinsam mit dem Team die Herausforderungen der zweiten Saisonhälfte anzugehen. Der Verein heißt Demi Pagel herzlich willkommen und freut sich auf ihre Verstärkung.
Weihnachtsgruß des FSV Gütersloh
Liebe Spielerinnen, Trainer*innen, Helfer*innen, Sponsoren, Partner, Medienvertreter*innen und all unsere treuen Fans, das Jahr 2024 neigt sich dem Ende zu – ein Jahr, das uns einmal mehr gezeigt hat, wie wichtig der Zusammenhalt in unserer Vereinsfamilie ist. Gemeinsam haben wir Höhen und Tiefen gemeistert, uns gegenseitig unterstützt und motiviert. Jeder von euch – ob auf dem Platz, am Spielfeldrand oder im Hintergrund – hat dazu beigetragen, dass der FSV Gütersloh zu dem Verein wird, auf den wir alle stolz sein können. Wir möchten uns an dieser Stelle von Herzen bei allen bedanken: Bei unseren Spielerinnen, die mit Leidenschaft und Einsatz für unseren Verein kämpfen, bei unseren Trainer*innen, die nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch viel Herzblut einbringen, bei unseren ehrenamtlichen Helfer*innen, die immer mit anpacken und niemals aufgeben, bei unseren Sponsoren und Partnern, die uns tatkräftig unterstützen und den Weg für die Weiterentwicklung ebnen, und bei den Medien, die uns immer wieder ins rechte Licht rücken. Ein ganz besonderes Dankeschön geht an unsere treuen Fans, die uns stets zur Seite stehen und unsere Mannschaften mit ganz viel Herzblut unterstützen. Auch allen anderen, die uns auf ihre eigene Weise begleiten und fördern – wir danken euch. Weihnachten ist die Zeit des Innehaltens, des Dankesagens und des Miteinanders. Wir wünschen euch allen frohe, besinnliche Feiertage im Kreise eurer Liebsten, erholsame Stunden und Momente der Ruhe. Möge das neue Jahr 2025 euch Gesundheit, Glück und viele gemeinsame Erlebnisse bescheren. Ein großes Dankeschön für euer Engagement und eure unermüdliche Unterstützung – ohne euch wäre der FSV Gütersloh nicht das, was er heute ist. Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Euer FSV Gütersloh
Elithera Cup: Charlotte Weinhold in der Halle zur besten Spielerin gewählt
Nur eine Woche nach dem Abschluss des ersten Saisonteils in der Regionalliga startete die „Zweite“ des FSV Gütersloh am vergangenen Samstag in die Hallensaison. Beim Elithera Cup des SV Hastenbeck in Emmerthal (Hameln) holte sich das Team von Mark Oliver Stricker den 3. Platz. Im kleinen Finale besiegte der FSV den niedersächsischen Oberligisten SG Rodenberg mit 4:2. Zuvor war das Halbfinale gegen den Oberligisten Hastenbeck mit 1:2 verloren gegangen. In der Vorrunde hatten sich die Gütersloherinnen durch Siege über Rodenberg (4:0) und BW Tündern (1:0) sowie ein 3:3-Remis gegen die SG RSV/Sickte/Hötzum den Gruppensieg gesichert. Eine besondere Auszeichnung erhielt die fünffache Torschützin Charlotte Weinhold: Die 17-Jährige wurde zur besten Spielerin des Turniers gewählt. Der FSV trat ohne gelernte Torhüterin an, sondern spielte abwechselnd mit den Feldspielerinnen Anna Lena Meier, Emma Bendix und Antonia Schön (1 Tor) zwischen den Pfosten. Zum Aufgebot gehörten weiterhin Lea Bartling (4 Tore), Sophie Walters (2), Clara Kroepke (1) und Elina Büttner und Alena Schmidt.
Erste DFB-Leistungs- und Talentförderzentren weiblich anerkannt
Ab Januar 2025 kommt es zu einem wichtigen Schritt in der weiblichen Talentförderung: Erstmals starten sechs Vereine aus der Google Pixel Frauen-Bundesliga mit der Einführung der DFB-Leistungs- und Talentförderzentren. Mit dabei: die TSG Hoffenheim, die SGS Essen und der FC Bayern München sowie Eintracht Frankfurt, der SC Freiburg und der VfL Wolfsburg. Nach einer Pilotphase von Februar bis Mai 2024 konnten sich alle Klubs der Google Pixel Frauen-Bundesliga, 2. Frauen-Bundesliga sowie der Regionalligen bis zum 30. September 2024 bewerben, um als DFB-Leistungs- oder Talentförderzentrum weiblich (LZw/TFZw) anerkannt zu werden. Nach formeller Prüfung der eingereichten Konzeptionen durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) folgte ein intensiver Austausch zwischen DFB und den Klubs unter anderem mit Vor-Ort-Besuchen. Schließlich wurden die TSG Hoffenheim, die SGS Essen und der FC Bayern München als DFB-Leistungszentrum sowie Eintracht Frankfurt, der SC Freiburg und der VfL Wolfsburg als DFB-Talentförderzentrum erfolgreich anerkannt. DFB-Leistungs- und Talentförderzentren unterscheiden sich vor allem in den strukturellen Voraussetzungen und Mindestanforderungen der Mitarbeiter*innen/des Personals (DFB-Jugendordnung, Anhang IX). Ulrike Ballweg, Sportliche Leiterin Talentförderung weiblich sagt: „An der Entwicklung der Richtlinien haben viele Expert*innen der Klubs, des Ausschusses für Frauen- und Mädchenfußball, der Landesverbände, der DFB-Akademie sowie Expert*innen für die männlichen Leistungszentren und ehemalige Nationalspielerinnen mitgewirkt. Die Pilotphase in der Saison 2023/2024 hat gezeigt, dass wir in den Handlungsfeldern noch viele Möglichkeiten und Entwicklungspotentiale haben, die wir Schritt für Schritt weiterentwickeln müssen. Ziel ist, dass in Zukunft alle Nachwuchsspielerinnen leistungssportadäquate Rahmenbedingungen und entsprechend gute Trainings- und Spielbedingungen vorfinden, um sich bestmöglich entfalten zu können.“ „Nachhaltige Optimierung der weiblichen Talentförderung“ Um eine Anerkennung zu erhalten, müssen die Vereine Mindestanforderungen in den Handlungsfeldern „Sport/Fußballausbildung“, „Umfeldmanagement“, „Management“, „Infrastruktur“ und „Personal“ erfüllen. Im Bereich des Personals soll die Ausbildung durch qualifizierte Trainer*innen ebenso Standard sein wie die Zusammenarbeit mit Athletik- und Torwarttrainer*innen und gleichermaßen Expert*innen aus der Sportpsychologie. Neben der professionellen physiotherapeutischen Betreuung, Ernährung oder Kinder- und Jugendschutz gehören auch die sportliche und organisatorische Leitung zu den Voraussetzungen. DFB-Vizepräsidentin Sabine Mammitzsch sagt: „Die Einführung der ersten sechs DFB-Leistungs- und Talentförderzentren wird eine nachhaltige Optimierung der weiblichen Talentförderung bewirken. Wir wollen auf Augenhöhe mit den Vereinen zusammenarbeiten, diesen Bereich weiterentwickeln und für die Zukunft weitere Vereine bei diesem Weg unterstützen. Dabei steht die Spielerin und ihre langfristige und systematische Entwicklung klar im Fokus.“ Weitere Bewerbungsphase im kommenden Jahr Eine Anerkennung der Vereine findet derzeit auf freiwilliger Basis statt und erfolgt zu jeder Saison. Interessierte Vereine haben die Möglichkeit, ihre Unterlagen für eine erstmalige Anerkennung bis spätestens zum 30. September 2025 einzureichen. Die zum 1. Januar 2025 anerkannten Klubs müssen ihre Unterlagen für eine erneute Anerkennung ab der Saison 2025/2026 bis zum 30. März 2025 eingereicht haben. Die Mindestanforderungen für die LZw/TFZw können in der DFB-Jugendordnung (Anhang IX) sowie alle weiterführenden Informationen in den FAQs DFB-Leistungs- und Talentförderzentren weiblich eingesehen werden. (Quelle: DFB.de)
U19-Youngster gewinnen mit 4:3 in Leverkusen
Die U19 des FSV Gütersloh verabschiedete sich am Sonntag mit dem zweiten Saisonsieg in die Winterpause. Dass erneut von Sportdirektor Mark Oliver Stricker gecoachte Team gewann bei Bayer 04 Leverkusen mit 4:3. In der Tabelle der „Meldeliga“ des Westdeutschen Fußballverbandes belegt der FSV mit einer 2-2-2-Bilanz und einem Torverhältnis von 12:12 den 5. Tabellenplatz. Stricker freute sich umso mehr über den Erfolg, als er Leverkusen für die insgesamt stärkere Mannschaft hielt. Die von Aleksandar Vukicevic gecoachten Gastgeberinnen traten allerdings mit einem durchschnittlich um eineinhalb Jahre älteren Team an, was sich in der reiferen Spielanlage und dem cleveren Zweikampfverhalten ausdrückte. „Vor allem in der ersten Halbzeit war Leverkusen besser“, sagte Stricker, obwohl sein Team mit einer 2:1-Führung in die Pause ging. Luljeta Dragaj hatte unsere Youngster schon in der 6. Minute in Führung gebracht, als sie nach einem Pass in die Tiefe cool blieb und die Torhüterin überlistete. Den Leverkusener Ausgleichstreffer in der 36. Minute beantwortete Anna-Sophie Schindler nur drei Zeigerumdrehungen später auf ihre unnachahmliche Art, indem sie an der Strafraumgrenze die Gegenspielerin mit einem Wackler aussteigen ließ und dann erfolgreich zum abschloss. „Wir haben viele Fehler gemacht, auch taktischer Art“, bemängelte der FSV-Coach in der Kabine und war in der zweiten Halbzeit „positiv überrascht, wie schnell die Mädels das umgesetzt haben.“ Das Toreschießen ging munter weiter. Erst glich Leverkusen zum 2:2 aus (52.), dann brachte Natalia Marczak unser Team wieder in Führung (60.). Zunächst war Greta Hohensee nach einem Konter mit Schmackes an der Bayer-Keeperin gescheitert, doch Marczak lupfte den weit ins Feld abprallenden Ball sehenswert zum 3:2 ins Tor. Den erneuten Ausgleich verhinderte die ohnehin starke FSV-Torhüterin Maya Wisznewski, als sie in der 70. Minute einen Foulelfmeter parierte. Der im zweiten Durchgang bewusst tiefer stehende FSV kam zu weiteren Konterchancen, von denen Greta Hohensee einen in der 81. Minute zum 4:2 nutzte. Der Sieg geriet nicht mehr in Gefahr, obwohl der Tabellendritte Leverkusen in der 90. Minute verkürzte. FSV Gütersloh U19: Wiszewski – Mehn, Wesseler, Haag – Koerdt – Ladage (46. Stockmann), Marczak, Schindler, Braune – Pfeiffer (46. Hohensee), Dragaj.
Starker FSV Gütersloh verpasst in Unterzahl Bonuspunkt gegen Union Berlin
Wieder bravourös gekämpft, stark verteidigt und diesmal auch offensiv Akzente gesetzt – doch erneut blieb die Leistung des FSV Gütersloh unbelohnt. Eine Woche nach der 1:2-Niederlage beim Spitzenreiter 1. FC Nürnberg unterlagen unser Zweitligafußballerinnen zum Abschluss der Hinrunde dem Tabellenzweiten 1. FC Union Berlin mit 1:3. Zwar fiel das Team von Daniel Fröhlich damit um einen Rang auf Platz elf zurück, doch der Abstand zur direkt dahinter folgenden Abstiegszone blieb bei vier Punkten. „Wir hätten mehr verdient gehabt“, fand unser Cheftrainer im Anschluss an eine Partie, die auch wegen umstrittener Entscheidungen von Schiedsrichterin Paula Mayer (Elversberg) äußerst unglücklich endete. Die erste fällte die Unparteiische in der 54. Minute, als sie Celina Baum mit Gelb-Rot vom Platz schickte. Die seit der 45. Minute verwarnte Rechtsverteidigerin hatte kurz hinter der Mittellinie die Berlinerin Judith Steinert mit Körpereinsatz regelwidrig gestoppt. „Da hätte es aus meiner Sicht auch eine letzte Ermahnung getan“, urteilte Daniel Fröhlich. In Unterzahl musste Offensivspielerin Preuß die Baum-Position übernehmen, über die elf Minuten später der Berliner Führungstreffer durch Lisa Heiseler zum 1:2 eingeleitet wurde. Auch beim zweiten Knackpunkt spielte die Schiedsrichterin eine Schlüsselrolle. In der 80. Minute köpfte Chiara Tappe den Ball im Anschluss an eine von Melanie Schuster getretene Ecke zum vermeintlichen 2:2 ins Tor, doch Mayer meinte, eine regelwidrige Behinderung der Berliner Torhüterin Cara Bösl durch Lea Bultmann gesehen zu haben und erkannte den Treffer nicht an. Noch während sie mit den aufgerückten Gütersloherinnen darüber diskutierte, ließ sie den von Bösel blitzschnell ausgeführten Freistoß laufen, der 15 Sekunden später zum 1:3 durch Dina Orschmann führte. Vorausgegangen war eine erste Halbzeit, in der sich der FSV vor 150 Zuschauern in der Tönnies-Arena ganz auf die Defensive fokussierte und in der 30. Minute nach einer Ecke das 0:1 durch Anna Weiß kassierte. Ausgeglichen – und das nicht nur vom Ergebnis her – wurde die Partie sofort mit Beginn der zweiten Halbzeit. Celina Baum erpresste den Ball auf dem rechten Flügel, bediente in der Mitte Jacqueline Baumgärtel, und die Top-Torjägerin der 2. Liga erzielte nach 14 Sekunden mit dem 1:1 ins kurze Eck ihren neunten Saisontreffer. Fast hätte Maren Tellenbröker mit einem Distanzschuss in der 50. Minute sogar die Führung für die nun viel mutiger agierenden Gütersloherinnen erzielt. Mutig blieb das beherzt fightende Team auch in Unterzahl und erspielte sich für den zweiten Durchgang sogar ein Chancenplus. Schon vor dem nicht anerkannten Tappe-Treffer besaß der FSV zweimal die Chance zum 2:2-Ausgleich. Erst warf sich Union-Keeperin Bösl bei einem Konter erfolgreich Jacqueline Baumgärtel vor die Füße (74.), dann wehrte Heiseler einen Schuss von Pauline Berning auf der Torlinie ab (78.). Nach dem bitteren 1:3 war die Partie indes gelaufen. Aus Sicht des FSV blieb nur noch zu notieren, dass mit Charlotte Weinhold ab der 86. Minute eine aus der „Zweiten“ hochgezogene Spielerin ihr Zweitligadebüt feierte. FSV Gütersloh: Rolle – Baum, Schmidt, Hokamp, Kappmeier – Preuß (73. Tappe), Tellenbröker, Schuster, Bultmann (86. Weinhold) – Baumgärtel (86. Kilic), Berning (86. Rädeker). Im Aufgebot: Kammermann, Krumme (Tw). Union Berlin: Bösl – Sakar, Weiß, Becker, Steinert – Frank (88. Niesler) – Orschmann (88. Trojahn), Moratiou, Halverkamps (78. Blaschka) – Janez (60. Reissner), Heiseler (88. Rurack). Schiedsrichterin: Paula Mayer (Elversberg); Gelbrote Karte: Baum (54.); Gelbe Karten: Kilic – Frank, Orschmann. Ecken: 3:4 (0:1); Chancen: 6:8 (0:4). Tore: 0:1 (30.) Weiß, 1:1 (46.) Baumgärtel, 1:2 (65.) Heiseler, 1:3 (80.) Orschmann.
Fröhlich sieht im Highlight-Spiel Chance auf Punkte
Viel hochkarätiger und attraktiver könnte das Hinrundenfinale in der 2. Frauen-Bundesliga für den FSV Gütersloh nicht sein: Mit dem 1. FC Union Berlin gastiert am Sonntag um 14 Uhr der Tabellenzweite in der Tönnies-Arena. Und mit dem Aufsteiger aus Köpenick, der mit professionellen und Strukturen und einem profihaften Etat den Durchmarsch in die Bundesliga anstrebt, hat der FSV noch ein Hühnchen zu rupfen: Am 20. August verlor er das Erstrundenspiel im DFB-Pokal nach einer begeisternden 120-Minuten-Partie unter Flutlicht im Heidewaldstadion (2:2) per Elfmeterschießen mit 4:6. Begegneten sich beide Teams damals auf Augenhöhe, entwickelte sich die Bilanz in der 2. Liga unterschiedlich. Während die Berlinerinnen ihrer Favoritenrolle gerecht wurden, nur eine von zwölf Partien verloren (1:2 gegen Frankfurt II) und mit 25 Punkten bei 22:7 Toren einen Aufstiegsplatz innehaben, muss der FSV Gütersloh als Tabellenzehnter (13 Punkte, 19:31 Tore) gegen den Abstieg kämpfen. Und trotzdem sagt Daniel Fröhlich: „Ich sehe eine Chance, gegen Berlin Punkte zu holen.“ Unser Cheftrainer hat für dieses selbstbewusste Statement zwei Gründe. Zum einen scheint die Formkurve von Union etwas abgeflacht: Aus den letzten sechs Spielen holte das Team von Trainerin Ailien Poese „nur“ elf Punkte; vergangenen Sonntag musste es sich daheim vor 5.478 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei mit einem 1:1 gegen den VfL Bochum zufrieden geben. Zum anderen zeigte die Ergebnis- und vor allem die teaminterne Stimmungskurve der Gütersloherinnen letzten Sonntag mit dem knappen 1:2 beim Tabellenführer 1. FC Nürnberg eindeutig nach oben. Aufgrund der wechselhaften Leistungen in dieser Saison bleibt Daniel Fröhlich allerdings leicht skeptisch: „Wir sind ja eine kleine Wundertüte.“ Aber er setzt darauf, dass diesmal der abermals guten Trainingswoche ein kämpferisch starker Auftritt folgt. Wenn es seinem Team dann gelingt, längere Ballbesitzphasen zu haben als in Nürnberg, ist alles drin. Klar ist auch, dass die Gütersloherinnen die gegnerischen Standards besser verteidigen müssen als im Max-Morlock-Stadion. Denn alle erinnern sich: Im Pokalspiel fielen beide Berliner Treffer direkt oder indirekt durch Freistöße. Was das Personal angeht, sind beide Teams ersatzgeschwächt. Bei Union fehlen vier Spielerinnen, darunter mit der griechischen Nationalspielerin Eleni Markou eine Torschützin vom August. Der FSV Gütersloh muss neben den Langzeitverletzten Shpresa Aradini und Marie Schröder (1:0-Führungskraft im Pokalspiel) auch auf Mittelfeldspielerin Ronja Leubner (instabile Kniescheibe) und Verteidigerin Lilly Stojan (Urlaub) verzichten. Letztere hatte seinerzeit mit dem 2:2-Ausgleich in der 89. Minute die torlose Verlängerung erzwungen. Für sie könnte entweder die in Nürnberg gelbgesperrte Nele Schmidt oder Chiara Tappe in die Abwehrkette rutschen. Keinen Zweifel lässt Daniel Fröhlich daran, dass Stürmerin Pauline Berning nach ihrem erfolgreichen Comeback wieder von Anfang an spielen soll. Die ebenfalls aus dem Kader der „Zweiten“ hochgezogene Charlotte Weinhold wird erstmals ins Zweitligaufgebot berufen. Der Rückblick auf das Pokalspiel lehrt übrigens, das der Ausfall von Leistungsträgerinnen kompensiert werden kann. Damals fehlten mit Merle Hokamp und Jacqueline Baumgärtel die herausragende Abwehrspielerin und die erfolgreichste Torjägerin des FSV Gütersloh.
Jetzt online: Kabinengeflüster 2024/25 – Die Ausgabe 7
Linda Preuß im Porträt: „Die zweite Liga ist deutlich unterbezahlt“
Transfers quer durch die Republik sind im Männerfußball an der Tagesordnung. Bei den Frauen sieht das anders aus, zumal in der 2. Frauen-Bundesliga. Hier sind die meisten Spielerinnen in der regionalen Umgebung oder heimatnah aktiv. Dass jemand über mehr als 500 Kilometer den Verein wechselt und dann noch einmal über 190 Kilometer weiterzieht, ist eher eine Seltenheit. Linda Preuß ist diesen Weg über drei Bundesländer gegangen. Von Jena aus führte sie die Karriere nach Meppen und von dort nach Rheda zum FSV Gütersloh. Seit knapp einem Jahr trägt die 26-Jährige das Trikot unseres Zweitligateams, am vergangenen Sonntag in Nürnberg verzeichnete sie ihren 22. Einsatz für den FSV. Nebenbei feierte sie ein kleines Jubiläum, denn es war ihr 100. Spiel in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Hinzu kommen 36 Partien in der Frauen-Bundesliga, acht im DFB-Pokal und 41 in der B-Juniorinnen-Bundesliga. Eine stolze Bilanz für die Fußballerin. Linda Preuß stammt aus Rudolstadt, einer südöstlich von Erfurt gelegen 25.000-Einwohner-Stadt in Thüringen. „Ich vermisse das sehr“, schwärmt sie von der hügeligen Landschaft rund um den im Saale-Tal eingebetteten Ort und seiner Nähe zum Thüringer Wald. Und auch touristisch habe Rudolstadt mit dem auf dem Schlossberg über der Altstadt thronenden Residenzschloss Heidecksburg einiges zu bieten. Historische Bedeutung hat das Schillerhaus, in dem am 7. September 1788 das erste Treffen zwischen den beiden berühmtesten deutschen Dichtern, Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe, stattfand. Hat sie vielleicht wegen dieses heimatlichen Bezugs Deutsch als Lehramtsstudienfach gewählt? Fußballerisch war der FC Einheit Rudolstadt ihre Heimat. Hier begann sie als Achtjährige, und schnell stach ihr Talent heraus. Die Trainerin der thüringischen Mädchenauswahl, gleichzeitig Trainerin beim FF USV Jena, entdeckte sie und leitete sehr früh den nächsten Schritt ein. Schon im Alter von zwölf Jahren wechselte Linda Preuß ins Internat des Bundesligaklubs. „Meine Eltern fanden das nicht ganz so gut, aber ich wollte unbedingt“, erinnert sie sich. Die anfängliche Schüchternheit („Aber Heimweh hatte ich nicht“) überwand sie als Siebtklässlerin des Staatlichen Sportgymnasiums Johann Christoph Friedrich GutsMuths rasch. „Da muss man schnell reifen“, beschreibt sie die Herausforderung, die gewagt zu haben sie nie bereute: „Es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte, ich hatte dort eine tolle Zeit.“ Dass nicht allzu häufig die Gelegenheit bestand, ins nur 40 Kilometer aber doch eine Stunde Fahrtzeit entfernte Rudolstadt zu reisen, wurde kompensiert von den optimalen Gegebenheiten in Jena, um Schule und Fußball miteinander zu vereinbaren. So waren neben perfekten Trainingsbedingungen auch die ärztliche und physiotherapeutische Betreuung an das Internat angebunden. „Ich konnte viel Fußball spielen“, war die Hauptsache für Linda Preuß, deren Mitschülerinnen Lina Hausicke (Werder Bremen) und Luca Graf (RB Leipzig) es ebenfalls in die Frauen-Bundesliga schafften. Ihre Schule brachte mit Thomas Röhler aber auch den Olympiasieger von 2016 im Speerwurf hervor. Parallel zu den Landesligaspielen mit den USV-Mädchen („Da haben wir immer hoch gewonnen“) kickte sie noch in einer Jungenmannschaft auf Bezirksebene. Sie gehörte zu den ausgewählten C-Juniorinnen, die mit den Gleichaltrigen des „großen“ FC Carl Zeiss Jena trainieren und spielen durften: „Das war cool und eine tolle Erfahrung.“ Als jüngste Spielerin wurde Linda Preuß im Jahr 2012 während der Saison in den Kader des FF USV Jena für die neu geschaffene B-Juniorinnen-Bundesliga hochgezogen. In neun Spielen gelangen dem „Küken“ acht Treffer, und auch in den beiden folgenden Spielzeiten gehörte sie mit insgesamt 16 Treffern zu den Top-Scorerinnen des Jenaer Talentschuppens. Dass sie schon mit 16 Jahren regelmäßig am Training der „Ersten“ teilnehmen durfte, war nur folgerichtig. Die steile Karrierekurve flachte indes mit dem Wechsel zu den Frauen ab: „Ich hatte mehrere Bänderrisse und wollte lieber in der Zweiten spielen.“ Als Stammspielerin des Regionalligateams erzielte sie in zwei Jahren 14 Tore und stieg 2017 in die 2. Bundesliga Nord auf. Linda Preuß hatte das Internat inzwischen verlassen und war in eine private Wohnung umgezogen, wo sie zusammen mit der vom FSV Gütersloh nach Jena gewechselten Annalena Rieke lebte. Das kurze Intermezzo von Christian Franz-Pohlmann als Trainer des Jenaer Bundesligateams (Juli bis November 2016) bekam sie nur am Rande mit. Neben dem Abitur, das sie zusammen mit der heutigen Nationaltorhüterin Stina Johannes machte, bestritt sie in der Saison 2017/2018 für den FF USV Jena II 20 Zweitligaspiele und empfahl sich dabei mit guten Leistungen für einen Aufstieg in die „Erste“. Dass es anders kam, hatte zwei Gründe: Der FF USV Jena stieg aus der Bundesliga ab, und der SV Meppen hatte Linda Preuß ein Angebot unterbreitet. Sie entschied sich für einen Wechsel über 500 Kilometer ins Niedersächsische und schrieb sich an der Universität Münster für ein gymnasiales Lehramtsstudium mit den Fächern Sport und Deutsch ein. Fünfeinhalb Jahre lang fuhr sie von Münster aus mehrmals wöchentlich und teilweise täglich die 125 Kilometer zum Klub und wieder zurück. Ein Umzug kam ernsthaft nicht in Frage: „Ich lebe gerne in einer schönen Stadt“, sagt die Studentin. Sportlich erlebte sie im Emsland eine überaus erfolgreiche Zeit, denn sowohl 2020 als auch 2022 gelang der Aufstieg in die Bundesliga. Fußballerisch war der SV Meppen vielleicht nicht herausragend: „Aber wir hatten eine Mannschaft mit einem riesigen Zusammenhalt. Das war der Grund, warum wir zweimal aufgestiegen sind.“ Dass zweimal der sofortige Abstieg folgte, konnte an ihrer grundsätzlichen Zufriedenheit nichts ändern: „Das war meine Familie, meine Freunde.“ Eingetrübt wurde die gute Laune, als auf Roger Müller und Theodores Dedis im Sommer 2022 mit Carina Bakhuis eine Trainerin folgte, mit der die Chemie nicht so recht passte, zumal mit Maria Reisinger eine Managerin als starke Frau im Verein regierte, an der man sich ebenfalls reiben konnte. Linda Preuß war also empfänglich für andere Angebote geworden. Und als der seinerzeitige Gütersloher Trainer Sammy Messalkhi sie anschrieb, war der Wechsel zum FSV angebahnt. „Ich hatte das Gefühl, dass sehr viel Perspektive im Team steckt. Außerdem haben mir das familiäre Umfeld und der menschliche Umgang zugesagt“, begründet sie den Wechsel im Januar 2024. Ein Vorteil dieser rein geographisch naheliegenden Entscheidung: „Ich konnte mein Studium problemlos fortsetzen und weiter professionell Fußball spielen.“ Gelegen kam ihr auch, dass sich damit die Distanz zum Elternhaus in Rudolstadt sowie zu ihrem in Magdeburg lebenden älteren Bruder… Linda Preuß im Porträt: „Die zweite Liga ist deutlich unterbezahlt“ weiterlesen